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Zehn Jahre Weltpark Antarktis

Vor zehn Jahren trat das Umweltschutzprotokoll des Antarktisvertrages in Kraft - ein Höhepunkt des globalen Umweltschutzes. Das Abkommen bewahrt den Kontinent mit seinem empfindlichen Ökosystem vor der Ausbeutung seiner Rohstoffe. Es erklärt die Antarktis zu einem dem Frieden und der Wissenschaft gewidmeten Natur-Reservat. Zustande kam es vor allem durch die Greenpeace-Kampagne Weltpark Antarktis.

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"Der Weltpark Antarktis ist einer der größten Erfolge von Greenpeace, erstmals wurde ein ganzer Kontinent unter Schutz gestellt, sagt Roland Hipp, Kampagnengeschäftsführer von Greenpeace. "Doch nun droht die Zerstörung der Arktis. Das Wettrennen, das um die dortigen Rohstoffe begonnen hat, muss umgehend beendet werden. Wir brauchen auch für die Arktis ein umfassendes Schutzgebiet."

Greenpeace hat alles darangesetzt, dass der erste Weltpark der Erde in der Antarktis Wirklichkeit werden konnte. Es ging darum, die Wildnis zu schützen und die Tradition internationaler Zusammenarbeit sowie wissenschaftlicher Arbeit zum Wohle der Menschheit einzusetzen. Während der Kampagne, die 1983 startete, führte Greenpeace Umweltinspektionen an den Stationen von Antarktis-Vertragsstaaten durch, die sich auf die Ausbeutung der Bodenschätze in der Südpolarregion vorbereiteten.

Von 1987 bis 1991 unterhielt Greenpeace sogar eine eigene Kontrollstation. Mit Aufnahmen der Sprengung von Pinguin-Brutplätzen, die dem Bau von Landebahnen der französischen Station im Weg waren, und weiteren Aktionen konnten die Umweltschützer international so viel Aufsehen und Empörung erzeugen, dass die Vertragsstaaten sich 1991 in Madrid auf ein Abkommen einigten. Erst am 16. Dezember 1997 ratifizierte Japan als letzter der 26 stimmberechtigten Staaten das Abkommen, das einen Monat später in Kraft trat.

Der Schutzvertrag bietet keine völlige Sicherheit für die Wildnis der Antarktis. Im angrenzenden Südpolarmeer sind die Fischbestände durch zerstörerische Fangmethoden und die illegale Fischerei bedroht. Auch das Walschutzgebiet wird immer wieder verletzt: Japanische Walfänger töten jährlich Hunderte Wale unter dem Deckmantel der Wissenschaft.

Auch in der laufenden Fangsaison wollen sie bis zu 925 Minke- und 50 vom Aussterben bedrohte Finnwale schießen. Aktivisten an Bord des Greenpeace-Schiffes Esperanza haben am Samstag die Walfangflotte im Südpolarmeer aufgespürt und verfolgen sie seitdem.

Inzwischen hat allerdings die Jagd nach Rohstoffen auch auf der anderen Seite der Erde begonnen: Im vergangenen Jahr haben die ersten Anrainerstaaten der Arktis ihre Gebietsansprüche angemeldet, um vor allem nach Öl zu suchen. Doch die Nordpolarregion muss ebenfalls für die Zukunft geschützt werden.

Publikationen

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