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Sylter Außenriff: Die Steine leben!

Vor rund einem Jahr versenkten Greenpeace-Aktivisten 300 Tonnen Felsgestein, um das Sylter Außenriff vor den Zerstörungen durch die Schleppnetzfischerei zu schützen. Ein voller Erfolg für die Umwelt, wie Greenpeace-Taucher jetzt feststellten: Auf den Felsen haben sich zahlreiche Muschel- und Krebsarten angesiedelt. Am eigentlichen Skandal hat sich alllerdings nichts geändert: Noch immer ist in dem ausgewiesenen Schutzgebiet die zerstörerische Fischerei mit Grundschleppnetzen und der Abbau von Sand und Kies erlaubt.

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Taucher untersuchen derzeit die Tier- und Pflanzenwelt in 30 Metern Tiefe. Die Felsen sind bereits jetzt eindeutig ein Teil des Lebensraumes, sagt Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Die dort aufgefundenen Meeresorganismen widerlegen alle Behauptungen, die Steine schädigten das Meer.

Mit dieser Begründung hinderten deutsche Behörden Greenpeace-Aktivisten im vergangenen Jahr daran, weitere Steine im Gebiet des Sylter Außenriffs zu versenken. Ganz anders reagierte die schwedische Regierung: Sie erkennt an, dass das Versenken von Felsbrocken die Meere schützt. Noch nicht einmal eine Erlaubnis ist nötig, wenn Greenpeace im Spätsommer dieses Jahres in zwei schwedischen Schutzgebieten Steine versenken wird.

Das Sylter Außenriff gehört zu den zehn bereits vor über fünf Jahren von der Bundesregierung gemeldeten Meeresgebieten des deutschen Schutzgebietnetzwerkes Natura 2000. Trotzdem wird das Gebiet seit Jahren durch Schleppnetze und schwere Saugbagger für den Abbau von Sand und Kies bedroht. Grundschleppnetzfischerei pflügt den Meeresboden regelrecht um. Täglich werden Millionen Meeresorganismen sinnlos getötet, kritisiert Maack.

Verantwortlich dafür ist hauptsächlich das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, das auch für Fischereifragen zuständig ist. Es verhindert bislang den Schutz des Schutzgebietes. Nötig sei endlich eine Fischereibeschränkung, denn echte Schutzgebiete seien für die Meere unverzichtbar. Nur dort könnten sich die Fischbestände richtig erholen - was letztlich auch den Fischern zu Gute komme.

Die jetzt begonnene Untersuchung im Schutzgebiet wird noch bis Anfang Juli dauern und ist der Auftakt eines mehrjährigen Überwachungsprogramms.

Mehr Infos zu Schutzgebieten und Schleppnetzfischerei auf unseren Themenseiten Meeresschutzgebiete und Fischerei.

Zum Weiterlesen:

Fischerei in Schutzgebieten ist illegal

Steine schützen Schutzgebiet

Schutz für Schutzgebiete

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