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Russland verhindert Meeresschutzgebiete

Traurig, aber wahr: Nach sechs Tagen internationaler Verhandlungen endete die CCAMLR-Konferenz in Bremerhaven heute ohne Ergebnis. Damit ist die große Chance, die zwei weltweit größten Meeresschutzgebiete auf den Weg zu bringen, erneut gescheitert. Und das aufgrund eines einzigen Landes und dessen absurder Bedenken.

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Gestern hatte Russland angezweifelt, die CCAMLR hätte keine rechtlichen Befugnisse, Meeresschutzgebiete auszuweisen. Davon rückte der 2012-er Blockierer auch heute nicht ab.

"Ich habe noch nie so enttäuschende Verhandlungen erlebt", sagte Greenpeace-Meeresexpertin Iris Menn. Sie saß als Beobachterin der Beratungen im Plenum der CCAMLR (Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis). "Die Meere, einschließlich des Südpolarmeers, geraten zunehmend durch industrielle Ausbeutungspläne unter Druck. Die letzten fast unberührten Gebiete wie das Rossmeer oder die östliche Antarktis brauchen dringend unseren Schutz."

Der kann frühestens beim CCAMLR-Treffen im Oktober beschlossen werden. "Die CCAMLR muss sich endlich ihrer Aufgabe stellen und bei der nächsten Sitzung in Hobart das weltweit größte Netzwerk an Meeresschutzgebieten beschließen", fordert Menn.

Ob die russische Delegation dort mit größerer Verhandlungsbereitschaft anreisen wird, bleibt leider abzuwarten.
 

(Autorin: Linda Sass)

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