Norwegische Regierung schützt einzigartige Kaltwasser-Korallenriffe

Zwei positive Nachrichten gibt es von den Kaltwasserkorallen und Meeresschutzgebieten Norwegens zu berichten: Im Mai präsentierte die Regierung ihren Managementplan für die Norwegische See. Dieser sieht einen besseren Schutz für die wertvollen Kaltwasser-Korallenriffe vor.
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Auch will die Regierung den Plan für Meeresschutzgebiete in den norwegischen Gewässern wieder aktivieren, nachdem er fünf Jahre lang auf Eis lag. Auf beides hat Greenpeace über ein Jahr lang hingearbeitet.

Die riesigen norwegischen Kaltwasser-Korallenriffe sind von unschätzbarer Bedeutung für das Ökosystem. Sie sind die Kinderstube vieler Fische und damit unverzichtbar für das Leben im Meer.

Trotzdem ist sogar am geschützten Sula-Korallenriff wie in fünf weiteren geschützten Riffgebieten bislang nur die Grundschleppnetz-Fischerei verboten. Andere Fischereimethoden wie die Langleinen-Fischerei sind unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen erlaubt, führen aber ebenfalls zu nich unerheblichen Beschädigungen.

Und die Riffe bleiben weiterhin durch andere Nutzungsarten wie die Öl- und Gasförderung bedroht, da Schutzmaßnahmen nur im Fischereirecht verankert sind. Immerhin: In der Umgebung des Sula-Riffs sollen keine neuen Lizenzen zur Ölförderung mehr erteilt werden. Ob damit der Antrag des Konzerns Gaz de France auf eine Förderlizenz vom Tisch ist, steht allerdings nicht fest.

Greenpeace freut sich über die Fortschritte im Managementplan, kritisiert aber, dass Norwegen sich gleichzeitig die Ölförderung im Gebiet der Arktisinsel Jan Mayen offenhält. Die Erfahrung zeigt, dass Umweltverschmutzung bei der Ölförderung unvermeidlich ist.

In arktischen Breitengraden ist das besonders verhängnisvoll. Öl baut sich bei niedrigen Temperaturen noch wesentlich schlechter ab als bei Höheren. Daher fordert Greenpeace, dass Norwegen weitere und größere Meeresgebiete schützt, sowohl vor der industriellen Fischerei als auch vor der Öl- und Gasindustrie.

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