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Kids for Oceans: Stimmen für den Meeresschutz einfangen

Mit dem Greenpeace-Schiff Beluga II stechen drei Kids for Oceans zwischen 12 und 13 Jahren zusammen mit dem Greenpeace-Meeresschutzexperten Thilo Maack am 23. Juni in See. Sie fordern neue Schutzgebiete in Europa als Lösung für das Überfischungsproblem.

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Ronja Metz, Selma Mezger und Johannes Heuer - alle im Alter von 12 bis 13 - sind schon ganz aufgeregt: Auf dem Programm steht nämlich zum Beispiel ein Tauchgang des Meeresbiologen, der den Kids aus den Greenteams zeigen wird, welche einzigartigen Schätze in der Ostsee leben. Die Tour von Stralsund in Richtung Hiddensee bildet den Auftakt der diesjährigen Kids for Oceans-Kampagne, bei der sich Kinder aus den Greenteams aus ganz Deutschland für den Meeresschutz einsetzen.

Warum das so wichtig ist? Ein Riesenproblem ist die Überfischung, sagt Johannes aus München. Auf den Meeren sind viel zu viele Schiffe unterwegs, um Fische zu fangen. Dadurch schrumpfen die Bestände, sodass viele Arten jetzt vom Aussterben bedroht sind. Recht hat er, denn mittlerweile gelten fast 90 Prozent der europäischen Speisefischbestände als überfischt. Außerdem sterben viele Millionen Tiere jedes Jahr völlig sinnlos als Beifang, fügt er hinzu. Ronja aus Lübeck schlussfolgert: Deswegen müssen mehr Meeresschutzgebiete eingerichtet werden - wo eben nicht gefischt werden darf und wo sich die Lebensräume der Fische und Meerstiere wieder aufbauen können.

Die Kids wissen genau, was zu tun ist

Mehr Meeresschutzgebiete - das ist es, was die Kids for Oceans von den EU-Politikern fordern, die derzeit neue Fischereigesetze für Anfang 2013 erarbeiten. Doch das ist nicht alles: Die Politiker müssen auch dafür sorgen, dass die Meeresschutzgebiete, die schon bestehen, besser kontrolliert werden, ergänzt Selma aus Frankfurt. Johannes plädiert außerdem für insgesamt härtere Gesetze, um den Beifang zu reduzieren: Die Fangarten müssen sich ändern. Die Boote dürfen zum Beispiel nicht mehr mit Grundschleppnetzen unterwegs sein, weil mit solchen Netzen viel zu viel Beifang entsteht. Ein Extrem-Beispiel dafür ist die Seezungenfischerei: Für ein Kilo Seezunge enden bis zu vierzehn Kilo Meerestiere völlig sinnlos als Beifang.

Während die drei Kids zusammen mit den Greenpeace-Experten auf der Beluga II unterwegs sein werden, sammeln zahlreiche junge Meeresschützer aus ganz Deutschland vor dem Ozeaneum in Stralsund Unterschriften für eine bessere Fischereipolitik. Sie wollen Flyer verteilen und den Leuten erzählen, warum die Fische vom Aussterben bedroht sind und dass man jetzt etwas dafür tun muss, um die Meere zu schützen, erzählt Ronja. Bunt geschminkt und als Fische verkleidet bemalen die Kids dort Holzfische, die an eine zwei mal vier Meter große Fischkonstruktion aus Metall gehängt werden.

Vom 24. bis 26. Juni steht auch die Belgua allen Besuchern offen: Das 24 Meter lange Greenpeace-Schiff ist ein Nachbau eines alten holländischen Schiffstyps und wurde unter anderem eingesetzt, um die Verschmutzung russischer Flüsse zwischen Sankt Petersburg und Moskau zu untersuchen. Im Oktober soll der fertige Unterschriftenfisch dann Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner präsentiert werden. Sie wird aufgefordert, sich für eine neue Fischereipolitik in der EU einzusetzen.

Doch die Beluga II und das Ozenaeum in Stralsund sind nicht die einzigen Orte, an denen sich die Kinder für Meeresschutz einsetzen. Johannes zum Beispiel, der schon seit drei Jahren im Greenteam aktiv ist, erzählt: Als in unserer Schule einmal ein Schulkonzert stattfinden sollte, haben wir die Gelegenheit gleich genutzt und einen Info-Stand zum Thema Überfischung angemeldet. Vor dem Konzert haben wir dann Flyer verteilt und die Leute aufgeklärt, welche Fische man noch gut essen kann und welche man lieber nicht kaufen sollte, weil ihre Bestände so schlecht sind.

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