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Die Beluga II ist für den Meeresschutz unterwegs

Auf Nordseekurs

Unser Aktionsschiff ist wieder auf Tour – diesmal zum Thema „SOS – Rettet unsere Meere“. Besucher sind herzlich willkommen.

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Die Ozeane bedecken 70 Prozent der Erdoberfläche und beherbergen eine Vielfalt an Meeresorganismen. Doch das Ökosystem ist in Gefahr. Durch Ausbeutung der Rohstoffe und Fischbestände, Einleitung von Giften sowie Unterwasserlärm werden die Meere immer mehr geschwächt und einzigartige Lebensräume zerstört. Wissenschaftler haben festgestellt, dass 40 Prozent unserer Ozeane vom Menschen stark beeinträchtigt werden.

Meeresschutz muss sein

„Meeresschutzgebiete sind sinnvoll um bedrohte Arten wie den Schweinswal, aber auch um Ökosysteme wie Korallenriffe zu schützen und dem Meer die Chance zu geben sich zu erholen, damit es auch morgen noch Fisch gibt“, so Atticus Hoppe. Die Aktivisten an Bord fordern die Einrichtung von weltweit vernetzten Meeresschutzgebieten und ein sofortiges Verbot der zerstörerischen Grundschleppnetzfischerei auf hoher See.

Das sind alles Gründe für aktiven Meeresschutz – auch für unsere Nordsee. „Die Greenpeace-Crew freut sich auf Besucher an Bord der Beluga II und berichtet gerne Spannendes rund um den Meeresschutz.“, sagt Hoppe, Organisator der Schiffstour entlang der Nordseeküste. Interessierte können auf Führungen das 34 Meter lange Segelschiff erkunden und sich über bisherige Greenpeace-Arbeiten zum Thema Überfischung und Meeresschutzgebiete informieren.

Meeresschützer werden

Die Gäste können selbst aktiv werden und die aktuelle Kampagne unterstützen. Sie ist für den Schutz der Wale und richtet sich dabei vor allem gegen die Fischmanufaktur Deutsche See. Man kann an Bord einen Protestbrief an Deutsche See unterzeichnen, in welchem Greenpeace die Fischmanufaktur auffordert, ihre Handelsbeziehungen zu einer isländischen Fischfirma zu beenden, die mit der Walfangindustrie zusammenarbeitet.

Die Tour startete am 9.8.2014 und ihre ersten Stationen hat die Beluga II schon hinter sich gebracht. Weit über 200 Besucher waren schon an Bord und zeigten sich begeistert von der Aktion. „Ich finde es toll, dass hier nochmal für das Thema Fischfang und Meeresschutz sensibilisiert wird und man Fragen stellen kann“, erzählt ein Besucher. Ab dem 22.8. haben Interessierte die Chance, die Beluga II in Bremerhaven  im Hafenbecken „Neuer Hafen“ zu erkunden.

Folgende Häfen sind geplant: Föhr, Hörnum auf Sylt, Helgoland, Hooksiel, Spiekeroog, Norderney, Emden, Wilhelmshaven, Bremen und Cuxhaven. Es kann aber je nach Wetterlage zu Änderungen kommen.

Die Beluga II – ein Stück Greenpeace-Geschichte

„Seit rund einem Jahrzehnt leistet uns die Beluga II gute Dienste – ob als schwimmendes Labor oder Aktionsschiff“, sagt Hoppe. Sie ersetzte 2004 die alte Beluga und ist das erste Schiff, das Greenpeace selbst in Auftrag gab. 2011 versenkten Greenpeace-Aktivisten beispielsweise vor Sylt von Bord des Schiffes tonnenschwere Natursteine. Die Steine schützen die ausgewiesenen Meeresschutzgebiete vor zerstörerischen Grundschleppnetzen oder Kiesabbau.

Des Weiteren war die Beluga II im Mai 2012 auf der Ostsee zum Schutz der Arktis im Einsatz, bei einem Protest gegen den Hochseeschlepper Nordica, der eine Ölbohrplattform des Shell-Konzerns in die Arktis ziehen sollte.

Zuletzt war die Beluga II auf einer Anti-Atom-Flusstour in Frankreich, Deutschland und der Schweiz im Einsatz, um über das Risiko überalterter Atomkraftwerke in Europa zu informieren.

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