Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Meeres-Aktionstag am Sea Life Timmendorf

Alarm für Nord- und Ostsee: Wie steht es um das ökologische Gleichgewicht der Meere vor unserer Haustür? Um diese und andere Fragen dreht sich eine Infoveranstaltung der Greenpeace-Gruppe Lübeck am Sonntag, den 18. Juli vor dem Sea Life Centre Timmendorfer Strand.

Erwachsene Besucher des Sea Life Centres können sich vor Ort mit ihrer Unterschrift für den Schutz der Meere einsetzen. Kinder basteln Meerestier-Anstecker und entdecken bei einem Angelspiel, welche Fischarten in unseren Meeren noch zu fangen sind.

Einst gab es riesige Schwärme von Kabeljau und Dorsch in Nord- und Ostsee, sagt Fritz Henf von der Greenpeace-Gruppe Lübeck. Tunfische von bis zu drei Metern Länge konnten bis in die späten 50er Jahre aus der Nordsee gezogen werden. Heute sieht es düster aus. Viele Fischbestände sind akut bedroht. Es ist ein Irrtum zu glauben, die Meere würden unerschöpfliche Vorräte an Fisch bereithalten.

Längst vorbei sind die Zeiten, in denen einfache Fischerboote mit handgeknüpften Netzen zum Fang hinaus fuhren. Stattdessen durchkämmen technisch hochgerüstete Industriefangflotten die Meere. Die Netze kleiner Fischer bleiben leer.

Aber nicht nur die Fischerei setzt den Meeren zu. Die Nordsee ist zum Industriegebiet verkommen: Rund 500 Öl- und Gasplattformen bohren im Meeresgrund, tausende Kilometer Pipeline sind verlegt. Hinzu kommt Sand- und Kiesabbau sowie der Schiffsverkehr. Folgen: Wachsende Ölverschmutzung, Müll- und Schadstoffeinträge.

Nord- und Ostsee geben leider nur ein Beispiel, wie es um die Meere weltweit bestellt ist, sagt Henf, Nur ein weltweites Netzwerk von Meeresschutzgebieten kann die Vielfalt der Meere retten. (bes)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Stellungnahme zum Raumordnungsplan für Nord- und Ostsee

Das Bundesinnenministerium hat unter Federführung des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie den finalen Entwurf des Raumordnungsplans für die deutsche Ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) jenseits des Küstenmeers der Nord- und Ostsee vorgelegt. Ziel soll die nachhaltige Nutzung sein, nicht zuletzt um den guten Umweltzustand der Meere zeitnah zu erreichen. Der Plan soll bis mindestens 2031 gelten. Die deutschen Umweltverbände kritisieren den Entwurf, hier die ausführliche Stellungnahme.

High Stakes

The environmental and social impacts of destructive fishing on the high seas of the Indian Ocean

Mehr zum Thema

Arktis bald ohne Eis ?

Für das Meereis in der Nordpolarregion ist keine Erholung in Sicht.

Der diesjährige Tiefstand: 4,81 Millionen Quadratkilometer.

Wachs im Wattenmeer?

Bei den Klumpen, die derzeit die Küste verschmutzen, handelt es sich vermutlich um Paraffine aus Tankwaschungen und Containerverlusten. Eine legale Praxis, die beendet werden muss.

Über die Verhältnisse

Deutschland hat seine Ressourcen für dieses Jahr verbraucht. Für alles, was ab jetzt konsumiert wird, zahlen kommende Generationen und andere Länder die Zeche.