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Massenstrandung von Grindwalen an tasmanischer Küste

Innerhalb von zwei Tagen sind 120 Grindwale an der Küste der australischen Insel Tasmanien gestrandet. 18 Tiere konnten von Helfern wieder aufs offene Meer geleitet werden, für die anderen kam jede Hilfe zu spät. Die Ursachen für die Massenstrandungen sind bislang ungeklärt.

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Traurigerweise sind Massenstrandungen an der tasmanischen Küste nichts Ungewöhnliches mehr, sagt Stefanie Werner, Meeresexpertin bei Greenpeace. Innerhalb der letzten neun Jahre strandeten mehr als 4.600 Wale und Delfine an Stränden des australischen Bundesstaates.

Der Grund für diese Ereignisse ist noch unklar. Was wir wissen: das Immunsystem der Meeressäuger in den Weltmeeren wird infolge der fortlaufenden Verschmutzung der Ozeane geschwächt, sie verirren sich durch seismischen Lärm und tieffrequentes Sonar mit über 240 Dezibel Lautstärke, wie es von der Marine genutzt wird, verursacht Blutungen in Hirnbereich und Innenohr. Diese Ursachen konnten bereits mit anderen Strandungen in Zusammenhang gebracht werden. Vertiefende Forschung ist vonnöten, aber auch die Bereitschaft, auf das bereits vorhandene Wissen unverzüglich zu reagieren, fordert Werner.

Von den verendeten Walen sollen in den kommenden Tagen Proben genommen werden, um ihren allgemeinen Gesundheitszustand vor dem Tod zu überprüfen. Die Experten hoffen, dass sie dadurch genauere Anhaltspunkte über mögliche Ursachen der Massenstrandung bekommen. (Autorin: Nadine Behrens)

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