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Junge Umweltschützer informieren über Meeresschutz

Leinen los für Kids for Oceans

Rund 50 Kinder aus Norddeutschland engagieren sich am Sonntag für den Schutz der Meere auf dem Sealife-Aktionstag in Timmendorfer Strand. Die Kids for Oceans informieren an der Ostsee über die Bedrohungen der Weltmeere und sammeln Meeresschützer. Mit diesem Aktionstag starten bundesweit Kinder und Jugendliche, die sich als Greenteams engagieren, ihre Aktionswoche SOS-Weltmeer.

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Mit der Aktionswoche unterstützen sie die 15-monatige Greenpeace-Expedition SOS Weltmeer zur Rettung der Ozeane. Seit Dezember 2005 fährt das Greenpeace-Schiff Esperanza um die Welt, um an verschiedenen Stationen auf die regionalen Gefahren, aber auch auf die Schönheit und die atemberaubende Vielfalt der Meere aufmerksam zu machen. Es ist die längste zusammenhängende Schiffstour, die Greenpeace je unternommen hat.

Die Ozeane werden leergefischt, Wale werden gejagt und Müll wird in die Meere gekippt. Das kann so nicht weitergehen, sagt Miriam Winzer (12) aus Bremen. Ich finde Wale und Fische klasse. Sie sind schön und wichtig für den Nahrungskreislauf. Außerdem kommt ganz viel Sauerstoff aus den Ozeanen, sie müssen geschützt werden. Deshalb mache ich mit bei Kids for Oceans, meint Eva Hambach aus Hamburg.

Mit einem Quiz möchte die Dreizehnjährige zusammen mit anderen Kids for Oceans aus Lüneburg, Hamburg, Kiel und Lübeck vor dem Sealife-Center das Wissen der Küstenanwohner und Touristen über marines Leben testen. Ein Theaterstück zur Faszination der Meere und eine Banneraktion, bei der 30 Kinder mutig in die kalte Ostsee steigen, beenden den Aktionstag.

Auch die Kids for Oceans fordern ein weltweites Netzwerk von Meeresschutzgebieten für die Ozeane. Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt: Die Meere bestimmen nicht nur das Klima und den weltweiten Wasserkreislauf, sondern produzieren nach Schätzung von Wissenschaftlern auch mehr als die Hälfte des weltweit verfügbaren Sauerstoffs.

Jeden zweiten Atemzug, den wir tun, verdanken wir den Ozeanen. Doch die Weltmeere sind in einem alarmierenden Zustand: Überfischt, ausgeplündert, vermüllt, verseucht und verstrahlt. Große Teile des maritimen Ökosystems sind in Gefahr.

Mindestens 40 Prozent der Meere müssen dauerhaft geschützt werden. Ausbeutung und zerstörerische Fischereimethoden müssen gestoppt, nachhaltige Bewirtschaftungsmethoden eingerichtet werden. Greenpeace und die Kids for Oceans setzen sich außerdem für faire Fischereiabkommen zwischen armen und reichen Ländern, sowie für ein endgültiges Walfangverbot durch die internationale Walfangkommission (IWC) ein.

Unter www.greenpeace4kids.de/sosweltmeer können Kinder ab sofort aktiv werden und sich an am Schutz der Meere beteiligen.

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