Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Lehren ziehen aus leeren Netzen!

Am Donnerstag haben Greenpeace-Aktivisten in Athen gegen unzureichenden Schutz von Jungfischen protestiert. Mit leeren Fischkästen und Netzen - Symbole für die leergefischten Ozeane - sind sie vor das griechische Landwirtschaftsministerium gezogen. Jungfische werden rücksichtslos gefangen und ohne jedwede Kontrollen auf griechischen Märkten verkauft.

  • /

Die Umweltschützer fordern die sofortige Einrichtung wirksamer Kontrollinstanzen für Fischprodukte. Außerdem setzen sie sich für die Einrichtung mariner Schutzgebiete in Laich- und Jungfischgebieten ein.

Weil das Land nicht geeignete Maßnahmen gegen den Fang von Jungfisch ergreift, ist vor kurzem Frankreich von der EU-Kommission verurteilt worden. Für einen Zeitraum von sechs Monaten muss Paris nun Strafgebühren in Höhe vonn 77,8 Millionen Euro zahlen. Griechenland könnte bald von ähnlich hohen Strafzahlungen betroffen sein, sagt Sofia Tsenikli von Greenpeace Griechenland.

Griechenland hat kaum Kontrollmechanismen für zu kleinen Fisch. Greenpeace fordert deshalb von Minister Basiakos einen größeren Einsatz für den Schutz junger Fische durch die Einrichtung von Schutzreservaten, die Laich- und Jungfischgebiete kommerziell gejagter Fischarten umfassen, so Tsenikli.

Europäische und nationale Auflagen zur Mindestgröße kommerzieller Fischarten werden beständig ignoriert. Stichproben in Griechenlands großen Fischmärkten und -häfen haben ergeben, dass große Mengen Jungfisch verkauft wurden. Werden Fische in einem frühen Lebensstadium aus dem Meer gezogen, so ist der Ertrag weit geringer als bei ausgewachsenen Fischen.

Der Fang von Jungfischen ist eine klare Verschwendung von Ressourcen. Weil in den Ozeanen jedoch die größeren Fische bereits weggefischt sind, wird vermehrt auf den Fang von Jungfischen ausgewichen - mit katastrophalen Auswirkungen auf die Fischbestände.

Zum Schutz der Meere befindet sich das Greenpeace-Schiff Esperanza für ein Jahr auf der SOS Weltmeer-Tour. Derzeit ist es auf der Spur von Piratenfischern an der Westküste Afrikas. Wer nicht untätig zusehen möchte, wie Raubbau an den Weltmeeren betrieben wird, kann Greenpeace bei seiner Arbeit unterstützen: Kommen Sie an Bord! Und werden Sie ein Meeresschützer.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Das Wegwerfprinzip

„Bioplastik“, „Chemisches Recycling“ – so was klingt erst mal gut, ist es aber nicht. Der Report „Das Wegwerfprinzip“ beschreibt, mit welchen Tricks multinationale Konzerne die Öffentlichkeit täuschen.

Bedrohte Tiefsee

Der Wettlauf um die Ressourcen auf dem Meeresboden hat begonnen. Grund ist der große Hunger der Hightech-Industrie nach Kobalt, das sich in den Manganknollen in tausenden Metern Tiefe befindet. So wird der Tiefseebergbau eine der schwerwiegendsten neuen Bedrohung für unsere Ozeane, noch bevor wir ihre sensiblen Ökosysteme und ihre Prozesse überhaupt verstanden haben.

Mehr zum Thema

Tiefseeparadies im Atlantik

Die Tristan Languste galt als ausgerottet am Tiefseeberg Vema. Eine Greenpeace-Expedition konnte jetzt ihre Rückkehr dokumentieren – dank  eines 2007 verhängten Fischereiverbots.

Dreckiges Ölgeschäft

Shell will alte Plattformen mit 11.000 Tonnen Öl in der Nordsee verrotten lassen. Dagegen protestieren seit heute Morgen Greenpeace-Aktivisten und kletterten auf zwei Plattformen.

„Es ist besorgniserregend“

Noch eine schlechte Nachricht fürs Klima: Der Meeresspiegel steigt schneller als erwartet. Ein Interview zum IPCC-Sonderbericht Meere mit Greenpeace-Experten Karsten Smid.