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Land in Sicht!

Nach 15 Monaten SOS Weltmeerexpedition und zuletzt 42 Tagen auf See betritt die Esperanza-Crew den Boden Australiens. Der Stopp dauert nur zwei Tage - dann fährt das Schiff und seine neue Besatzung mit neuer Kraft nach Japan. Dort wollen sie die Arbeit gegen den Walfang fortsetzten.

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Zwar ist die jetzige Walfangsaison beendet, trotzdem ist noch viel für den Schutz der Meeressäuger zu tun. Sollte das ausgebrannte japanische Fabrikschiff Nisshin Maru repariert werden, droht bis Ende des Jahres die diesjährige Quote von 935 Minkwalen noch erfüllt zu werden.

Nach einem Brand lag die Esperanza über eine Woche in der Nähe der manövrierunfähigen Nisshin Maru, bis sich die Situation klärte. Mit im Südpolarmeer war die deutsche Schlauchbootfahrerin und Aktivistin Regine Frerichs. Während ihres Einsatzes gegen den Walfang versorgte sie uns mit aktuellen Einträgen für ihr Internettagebuch Zurück ins Südpolarmeer.

Die Gefahr, die durch die Fangflotte auf das empfindliche Ökosystem des Südpolarmeeres ausgeht, scheint auf die japanische Regierung wenig Eindruck zu machen. Der Hochseewalfang wird erst aufhören, wenn die japanische Regierung zustimmt ihn zu beenden, sagt die Leiterin der SOS-Weltmeertour Karli Thomas. Was wir im Südpolarmeer gesehen haben, sollte ein klares Signal an die Regierung und Menschen in Japan sein, dass dies die letzte Saison gewesen sein muss, in der eine Fangflotte im Walschutzgebiet im Südpolarmeer jagt.

Gestartet war die Esperanza im November 2005. Zum Auftakt der Expedition fuhr das Schiff ins Südpolarmeer gegen die japanisiche Walfangflotte. Von dort erreichten uns viele dramatische Bilder von den Aktionen der Crew zum Schutz der Wale. Auch damals war Regine Frerichs mit dabei und schrieb für uns Tagebuch.

Vom Südpolarmeer aus ging es vor die Küste Westafrikas, wo sich die Crew gegen Piratenfischer einsetzte. Über die Azoren ging es weiter ins Mittelmeer, durch das Rote Meer an Indien vorbei zu den Philippinen. Das Land erlebte zu der Zeit die größte Ölpest in seiner Geschichte und die Greenpeacer halfen der Bevölkerung wo sie konnten.

Im Pazifik besuchten sie Kiribas. Auch dort richtete sich die Arbeit gegen Piratenfischer, die dort ihr Unwesen treiben. Dann richteten die Aktivisten und Aktivistinnen ihr Augenmerk auf einen riesigen Müllstrudel vor Hawaii. Eine einzigartige Ringströmung hat in dieser Region den Müll im Meer über die Jahre aufkonzentriert. Insbesondere langsam abbaubare Plastikteile haben verheerende Konsequenzen für die Tierwelt und stellen ein ernsthaftes Problem für die gesamte Meeresregion dar.

Von dort ging es über Mexiko wieder ins Südpolarmeer gegen die japanischen Walfänger. Während der gesamten Expedition hatte die Esperanza-Besatzung stets ein Ziel vor Augen: Den umfassenden Schutz der Meere und seiner Bewohner. In diesem Sinne wird es weitergehen. Mehr Informationen zur SOS-Weltmeertour finden Sie auf unserer Homepage.

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