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Korallenriffe schützen vor Tsunamis

Die Auswirkungen des Tsunami in Südostasien hätten geringere Folgen gehabt, wenn die Umwelt intakt gewesen wäre. So die Einschätzung von Wissenschaftlern. Dort, wo eine schützende Zone aus Korallenriffen und Mangrovenwäldern vorhanden war, wurde die Wucht der Flutwelle abgebremst. Das Ausmaß der Zerstörungen ist dort am größten, wo die natürlichen Wellenbrecher fehlten oder angegriffen waren.

Weltweit sind 20 Prozent der Korallenriffe bereits zerstört. Weitere 50 Prozent sind unmittelbar oder mittelfristig bedroht. Vielerorts sind die Systeme zum Beispiel durch Überdüngung mit ungeklärten Abwässern und durch Übernutzung instabil geworden. Fatal, denn damit geht die Pufferwirkung verloren, die die Wucht von Flutwellen und Stürmen abmildert. Zudem beherbergen die Korallenriffe die größte Artenvielfalt des Meeres.

Um Katastrophen wie in Südostasien zukünftig verhindern zu können, ist eine langfristige Stabilisierung der Ökosysteme notwendig. Das betonten die deutschen und indonesischen Meeresforscher, die sich am Dienstag in Bremen zu einem Workshop des Zentrums für Marine Tropenökologie (ZMT) getroffen haben. Die Schäden müssten bilanziert und mittel- und langfristig die natürliche Regeneration von Riffen und Wäldern beobachtet und unterstützt werden.Ihre Empfehlungen zu weiteren Hilfsmaßnahmen für die vom Tsunami betroffenen Gebiete Indonesiens sollen im März der Unesco vorgelegt werden. (us)

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