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Kommentar: Sag mir, wo die Fische sind

Das Fisch-Informationszentrum (FIZ) hat am Dienstag auf seiner jährlichen Pressekonferenz in Hamburg einen positiven Trend beim Konsum von Fisch und Fischereierzeugnissen festgestellt. Das FIZ - 1997 von Unternehmen und Verbänden der deutschen Fischwirtschaft gegründet - sieht die Situation auf dem Fischmarkt rosig: Rund 2,1 Milliarden Euro wurden im letzten Jahr in Deutschland für Fisch und Fischspeisen ausgegeben - also alles in Butter?

Die Greenpeace-Meeresexpertin Andrea Cederquist kommentiert die FIZ-Äußerungen: Die deutsche Fischwirtschaft sägt an dem Ast, auf dem sie sitzt. In den Kühltruhen der Supermärkte landen zunehmend kleinere Fische. Eine steigende Nachfrage nach Fisch verkraften die Meere nicht. Sie sind mittlerweile leer gefischt. Zerstörerische Fangmethoden und ungewollter Beifang reduzieren die geschwächten Fischbestände zusätzlich. Bei der Jagd auf Seezunge werden beispielsweise für jeden marktfähigen Fisch bis zu acht andere Fische und 17 wirbellose Tiere wie Muscheln oder Krebse gefangen und tot über Bord geworfen.

Bei den beliebtesten Arten Alaska-Seelachs, Tunfisch und Lachs sind die Zustände zum Teil katastrophal, gibt Cederquist zu bedenken. Nur bei Hering ist die Situation akzeptabel. Die Supermärkte müssen künftig darauf achten, dass sie keinen Fisch mehr anbieten, der aus überfischten Beständen stammt, in einem Schutzgebiet gefangen oder mit zerstörerischen Fangmethoden oder illegal erbeutet wurde. Nur wenn heute die gefährdeten Bestände geschont werden, wird es auch morgen noch eine vielfältige Fischspeisekarte geben.

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