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Kein Schutz für die Tiefsee

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen (UN) in New York wird am Donnerstag voraussichtlich ein Moratorium (Sofortverbot) für die Grundschleppnetz-Fischerei auf der Hohen See ablehnen. Eine Entscheidung die weitreichende Folgen für unsere Ozeane haben wird. Dr. Iris Menn ist Meeres-Expertin bei Greenpeace. Mit ihr sprachen wir über die Zukunft der Tiefsee.

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Greenpeace Online: Was bedeutet dieser UN-Beschlusses für die Meere?

Iris Menn: Die Entscheidung, das Moratorium abzulehnen, bedeutet letzlich, dass der Zerstörung der Tiefsee freien Lauf gelassen wird. Denn durch die Grundschleppnetze der Tiefseefischer wird alle zwei Sekunden eine Fläche von zehn Fußballfeldern auf dem Meeresgrund vernichtet. Die Tiefsee ist ein ganz besonders empfindliches Ökosystem. Dort leben Fische, wie beispielsweise der Granatbarsch, die erst mit 30 Jahren geschlechtsreif werden. Zu dem ist die Tiefsee noch längst nicht erforscht, nun wird sie vielleicht zerstört, bevor wir sie richtig kennenlernen.

Greenpeace Online: Wie ist es möglich das Island - nahezu im Alleingang - das Moratorium torpediert?

Iris Menn: Die Vereinten Nationen fassen Beschlüsse im Konsens, das heißt, dass die Zustimmung aller Staaten erforderlich gewesen wäre, um das Verbot zu verwirklichen. Das Erstaunliche hierbei ist, wie vehement sich die Isländer dem Druck der Allgemeinheit widersetzten. Die Meinung der Mehrheit hat hier ganz offensichtlich zu wenig Gewicht.

Greenpeace Online: Warum wird Grundschleppnetz-Fischerei betrieben?

Iris Menn: Die Küstengewässer sind inzwischen weitgehend leer gefischt. Ursache hierfür sind Fischereimanagement und Fangmethoden, die den Beständen keine Möglichkeit lassen sich zu erholen. Aber anstatt aus Fehlern zu lernen und zu nachhaltigen Fangmethoden zu wechseln, gehen viele Fischereinationen dazu über. die Tiefsee zu plündern. Dabei spielt die Grundschleppnetz-Fischerei in der Fischereiwirtschaft eine verschwindend geringe Rolle. Ihr Umsatz macht gerade mal 0.2 Prozent des gesamten Fischereiumsatzes aus.

Greenpeace Online: Auf unsere Protestaktionen hin erhielt Greenpeace ein Schreiben der spanische Botschaft. Die Behauptung lautet, dass die von Greenpeace verbreiteten Infomationen zur spanischen Haltung jeglicher Berechtigung entbehren. Was ist davon zu halten?

Iris Menn: Spanien erklärt unsere Aktion für unsinnig, da angeblich die spanische Haltungen innerhalb der EU kein Gewicht hat. Greenpeace arbeitet seit drei Jahren sehr intensiv auf politischer Ebene zu diesem Thema. Unsere Informationen und Erfahrungen zeigten etwas anderes: Innerhalb der EU werden Entscheidungen im Konsens getroffen, so dass einzelne Staaten sehr wohl die Möglichkeit haben eine Entscheidung zu blockieren. Und Spanien hat in den letzten Jahren sich immer wieder gegen die Staaten innerhalb der EU gestellt, die eine Position im Sinne eines Sofortverbotes befördern wollten. Das ist Fakt.

Greenpeace Online: Wie geht es jetzt weiter?

Iris Menn 2009, also in drei Jahren, wird die UN wieder zusammen treffen und an Hand neuer Fakten entscheiden, ob erneut über ein Moratorium verhandelt werden soll. Bis dahin sind die Fischer lediglich aufgerufen ihre Schutzmaßnahmen auf freiwilliger Basis zu erweitern. Bis 2009 wird eine Fläche zerstört sein, die der 90-fachen Größe Spaniens entspricht. Die Regenerierung der Tiefsee kann Jahrhunderte dauern - aber auch das kann nur geschehen, wenn man ihr eine Atempause gönnt.

Greenpeace Online: Iris, vielen Dank für das Gespräch!

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High Stakes

The environmental and social impacts of destructive fishing on the high seas of the Indian Ocean

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