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Kein Schutz für den Ostsee-Kabeljau!

Die EU-Fischer dürfen im nächsten Jahr in der östlichen Ostsee zehn Prozent weniger Kabeljau fangen als noch in diesem Jahr. Diese Quote haben die EU-Minister am Dienstagabend in Luxenburg beschlossen. Doch was sich zunächst ganz vernünftig anhört, ist in Wirklichkeit verheerend. Denn der beliebte Speisefisch, auch unter dem Namen Dorsch bekannt, steht in der östlichen Ostsee kurz vor der Ausrottung!

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Eine Absenkung der Fangquote um zehn Prozent reicht nicht aus, damit sich die Kabeljau-Bestände in der östlichen Ostsee erholen können, sagt Greenpeace-Meeresbiologin Dr. Iris Menn. Im nächsten Jahr darf dort überhaupt kein Dorsch gefangen werden. Dieser Ansicht ist auch der internationale Meeresrat ICES (International Council for the Exploration of the Sea). Doch die EU-Fischereiminister ignorieren die empfohlenen Fangquoten des ICES seit 20 Jahren!

Und so werden Fischtrawler auch 2007 ganz legal über 67.000 Tonnen Dorsch aus der Ostsee holen - wie schwierig es auch sein mag. Über 40.000 Tonnen dürfen in der östlichen Ostsee gefangen werden, fast 27.000 Tonnen im westlichen Teil der Ostsee, in dem die Dorschbestände etwas weniger gefährdet sind.

Verschärft wird das Problem durch die Piratenfischerei: Schätzungen der ICES aus dem Jahr 2005 besagen, dass zusätzlich zu den 40.000 legal angelandeten Tonnen Dorsch aus der östlichen Ostsee rund 38 Prozent Dorsch illegal gefangen und vermarktet werden. Greenpeace hat in zahlreichen Aktionen immer wieder auf diesen Missstand aufmerksam gemacht.

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