Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

John Hocevar - Meeresspezialist bei Greenpeace USA - taucht ab!

Meine erste Expedition mit einem Ein-Mann-U-Boot! In zwei der weltweit größten Unterwasserschluchten! Bis in eine Tiefe von ungefähr 600 Meter! Mir fehlen die Worte um zu beschreiben, was ich fühle. Das Lächeln will mein Gesicht nicht mehr verlassen.

  • /

Das Wetter hat mitgespielt, und wir konnten 25 Tauchgänge erfolgreich durchführen - technisch und logistisch war die Expedition ein großer Erfolg.

Doch auch wissenschaftlich betrachtet, konnten wir neue Erkenntnisse mit nach Hause bringen. Zwölf Korallen-Arten haben wir dort in der Tiefe gefunden und eine noch größere Vielfalt an Schwämmen - eine davon ist mit sehr großer Wahrscheinlichkeit eine neue Art.

Wunderschöne und faszinierende Lebewesen habe ich mit eigenen Augen gesehen. Es war ein echtes Vergnügen zu sehen, wie sich ein gigantischer Oktopus über den Meeresboden bewegte, winzige Fischlarven aus Eiern schlüpften, die in einem Schwamm abgelegt waren und Orte zu besuchen, die nie zuvor ein menschliches Auge erblickt hat.

Doch andere Dinge waren weniger schön. Wir alle wussten, dass große Teile der Beringsee stark mit Schleppnetzen befischt werden. Aber niemand von uns war darauf vorbereitet, wie weitreichend die Schäden in diesen tiefen, abgelegenen Gebieten sind. Manchmal schienen die Spuren der Trawler überall zu sein. Auf einem meiner Tauchgänge kam ich durch ein Gebiet, in dem fast jede Koralle, die ich sah, abgebrochen oder platt gedrückt war.

Nun ist es Zeit für uns, mit diesen Informationen zu den Wissenschaftlern und Politikern zu gehen. Was wir vorgefunden haben, zeigt ganz deutlich, dass ein Sofortverbot für die Grunschleppnetz-Fischerei nötig ist. Für den Schutz der Korallen und Schwämme, die Lebensraum für Fische und Krebse sind, und für den Schutz der bis jetzt unentdeckten Lebewesen in den Tiefen des Meeres müssen wir jetzt handeln.

Es wird nicht einfach sein. Während einige Fischer sich von wissenschaftlichen Lösungen überzeugen lassen, wehren sich andere mit Händen und Füßen dagegen. Jedoch haben wir die Wahrheit auf unserer Seite, und Wahrheit unterstützt durch Entschlossenheit wird letztendlich gewinnen.

Lasst uns für die Ozeane kämpfen!

John

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Schwarzer Tag fürs ewige Weiß

Wirtschaftliche Interessen wogen schwerer als die Gesundheit der Ozeane: Die Antarktisschutzkommission CCAMLR beschließt vorerst kein Schutzgebiet im Weddellmeer.

Weit weg, nah am Herzen

Mehr als 380.000 Menschen unterstützen die Greenpeace-Forderung nach einem Schutzgebiet im Südpolarmeer. Ihre Unterschriften haben Antarktisschützer heute in Berlin übergeben.

Schleichendes Gift

Wenn Verbote zu spät kommen: Große Teile der weltweiten Orca-Bestände stehen vor dem Aussterben. Schuld ist ein Schadstoff, der seit fast 15 Jahren auf der Schwarzen Liste steht.