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Jede Flosse zählt

Schillerlocken, Seeaal und Haisteak, aber auch ein Haifischzahn als schickes Accessoire an der Halskette: Der Hai ist allgegenwärtig. Die Frage ist nur, wie lange noch? Um auf die Gefährdung des Meerestiers aufmerksam zu machen, veranstaltet die Shark Alliance vom 08. bis 14. Oktober 2007 zum ersten Mal die European Shark Week - die Europäische Woche zum Schutz der Haie.

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An der Aktionswoche nehmen neben Greenpeace mehr als 30 Meeresschutzorganisationen teil. Es gibt europaweit Veranstaltungen, die auf die Gefahren aufmerksam machen, die für Ökosysteme durch Überfischung der Haie entstehen. Auch die spannende Biologie der Tiere selbst wird ins Visier genommen, um für mehr Verständnis gegenüber den oftmals nur als Räuber gefürchteten Haien zu werben.

Auch wenn Deutschland keine große Fischereination ist - an der Überfischung der Tiere sind wir dennoch direkt beteiligt. 2000 Tonnen Haifleisch werden jährlich importiert. Davon allein 730 Tonnen Dornhai, dessen Bauchlappen und Rückenstücke zu Schillerlocken und zum sogenannten Seeaal verarbeitet werden. Mit dem echten Seeaal hat der Name nichts zu tun. Dornhai wurde früher in der Nordsee gefangen, ist dort jedoch mittlerweile heillos überfischt und auf der Roten Liste der World Conservation Union (IUCN) als gefährdet eingestuft.

Eben darum gibt es auch hierzulande Veranstaltungen im Rahmen der Aktionswoche. Am Donnerstag, den 11. Oktober wird um 18 Uhr im Hamburger Abaton-Kino der Domkumentarfilm Steward of the Reef vorgeführt. Am 12. Oktober findet dann im Zoologischen Museum eine Lange Nacht der Haie statt. Dabei wird es wissenschaftliche Vorträge, einen weiteren Hai-Film und die Unterschriftenaktion Jede Flosse zählt geben.

Handeln auch Sie!

Bei der Unterschriftenaktion sollen auf symbolischen Flossen soviele Unterschriften wie möglich zusammenkommen. Diese werden europaweit gesammelt und Anfang November dem Fischereikommissar der Europäischen Union Joe Borg übergeben.

Warum auf Haiflossen unterschreiben? Für die in Asien begehrte Haiflossensuppe werden jährlich 73 Millionen Haie gefangen. Hauptlieferant ist Europa. Zwar ist in der EU das brutale Finning verboten, dennoch gibt es in der Gesetzgebung große Lücken. Sie erlauben, dass auch in europäischen Gewässern Haie gefangen und nach Abschneiden der Flossen wieder über Bord geworfen werden.

Falls Sie nicht die Möglichkeit haben, vor Ort auf einer Flosse zu unterschreiben, können Sie das auch im Internet machen. Den Link finden Sie unten. Jede Unterschrift zählt!

Zusätzlich steht es natürlich jedem von uns frei, auch in anderer Hinsicht etwas zum Schutz der Haie beizutragen. Schillerlocken, Seeaal und Haifischsteak, aber auch viele Kosmetika, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel können einen Hai das Leben gekostet haben. Hierauf weisen Bezeichnungen wie Cartilagin und Chondroitin hin. Deren Wirkung konnte übrigens bisher nicht nachgewiesen werden - ein Verzicht wäre also wenig schmerzhaft.

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