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Japan/USA: Proteste gegen Militärstützpunkt

Greenpeace-Aktivisten haben am Mittwoch in Washington gegen den geplanten Bau eines US-Militärstützpunktes vor der Küste von Okinawa, Japan, protestiert. Der Stützpunkt soll mitten in ein Korallenriff gebaut werden, in dem die letzten Exemplare japanischer Seekühe (Dugongs) leben. Die Umweltschützer nahmen den Besuch des Gouverneurs von Okinawa, Keiichi Inamine, zum Anlass. Inamine war in Washington, um über amerikanische Militärstützpunkte in Okinawa zu verhandeln. Die Greenpeacer zeigten sich auch über jüngste gewaltsame Handlungen der japanischen Küstenwache besorgt.

Der Gouverneur Inamine sollte während seines Aufenthaltes in Washington öffentlich die Aufhebung des geplanten Henoko Militärstützpunktes verlangen, sagt Junichi Sato, Meeresexperte bei Greenpeace Japan, vor Ort in Washington. Die Gewässer von Henoko sollten zu einem Schutzgebiet gemacht werden, nicht zu einem Militärstützpunkt.

Ebenfalls sollte der Gouverneur die Gewaltanwendung seitens der Bauarbeiter und der japanischen Küstenwache verurteilen, die versuchen, diejenigen einzuschüchtern, die sich friedlich gegen den Bau einsetzen. Er hat die Macht, die Probebohrungen im Korallenriff zu verhindern.

Seit mehr als 300 Tagen protestieren zahlreiche Einwohner von Okinawa gegen den Militärstützpunkt, indem sie die Bohrplattformen vor der Küste erklettern. Im März wurden sie dabei zwei Wochen lang von Greenpeacern unterstützt, die mit dem Schiff Rainbow Warrior vor Ort waren. Die Bautrupps und die Küstenwache wendeten gegen die Greenpeacer Gewalt an: Sie schlugen der Aktivistin Yuka Ozaki ins Gesicht und entfernten gewaltsam ein Schlauchboot. (us)

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