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Doppelte Abschussquote beschlossen

Japans Walfänger unterwegs ins Walschutzgebiet

Greenpeace appelliert an die japanische Fischereiagentur (FAJ), unverzüglich ihre Walfangflotte zurückzurufen. Die Walfänger sind am Dienstagmorgen aus ihrem Heimathafen Shimonoseki ausgelaufen und fahren jetzt Richtung Südpol. Sie wollen fast 1000 Zwergwale töten - doppelt so viel wie im vergangenen Jahr. Aus Tradition und zu wissenschaftlichen Zwecken. Das Fleisch landet dann auf dem japanischen Delikatessmarkt.

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935 Minkewale (Zwergwale) stehen auf der Abschussliste. Für Stephanie Werner, Meeresexpertin bei Greenpeace, völlig indiskutabel. Die Antarktis ist aus gutem Grund 1994 von der Internationalen Walfangkommission (IWC) zum Schutzgebiet erklärt worden. Viele Großwalarten legen sich hier auf ihren langen Wanderungen die nötige Speckschicht zu, um später in wärmeren Gewässern ihre Jungen gebären zu können.

Japan beruft sich beim Walfang auf seine lange Tradition. Tatsächlich jagen die Japaner erst seit den Dreißigerjahren in den relativ reinen Gewässern des Südpolarmeers. Während der kommenden zwei Jahre wollen sie zusätzlich auch noch je 50 der stark gefährdeten Finn- und Buckelwale schlachten.

Meeresexpertin Werner fordert die Japaner auf, die ohnehin gebeutelten Tiere nicht noch durch direkte Jagd zu dezimieren. Der Klimawandel, die zunehmende Belastung der Meere durch Umweltgifte, überfischte Nahrungsgründe, Beifang und durch Menschen verursachter Unterwasserlärm bedrohen die Tiere immens.

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