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Japanische Waljagd im Nordpazifik verschoben?

Normalerweise wäre die japanische Walfangflotte um diese Jahreszeit schon wieder im Nordpazifik auf der Jagd nach Walen. Doch nicht dieses Jahr. Nach Aussagen eines Greenpeace-Informanten sollen die Waljäger angewiesen worden sein, zuhause zu bleiben. Zudem haben die Walfänger bislang keine Fangerlaubnis erhalten.

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Es ist davon auszugehen, das diese Verspätung im Terminkalender der Walfangindustrie mit zwei aktuellen Ereignissen zusammenhängt. Erstens deckte Greenpeace von zwei Wochen den größten Skandal in der japanischen Walfang-Geschichte auf. Unter anderem wurde unterschlagenes Walfleisch illegal von Crew-Mitgliedern der Nisshin Maru verkauft. Die Ermittlungen in diesem Fall laufen.

Zweitens will die japanische Regierung vermeiden, erneut in den Fokus der internationale Öffentlichkeit zu geraten. Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich, da sich zurzeit viele wachsame Augen auf Japan richten. Dort findet gerade ein G8-Treffen statt. Außerdem reist der japanische Premierminister am Sonntag nach Europa und der australische Premierminister wird in einer Woche in Japan erwartet.

Die Waljagd sollte nicht nur verschoben, sondern komplett beendet werden, fordert Junichi Sato, Meeresexperte bei Greenpeace Japan. Die Regierung verschwendet das Geld der Steuerzahler für ein Programm ohne wissenschaftliche Erkenntnis und Markt.

Schicken Sie ihren persönlichen Wal mit einer Botschaft auf die Reise zum japanischen Premierminister!

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