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Japanische Walfänger verlassen Jagdgebiet

Seit acht Tagen haben die Japaner keine Wale mehr getötet. Seit acht Tagen versuchen die japanischen Walfänger Greenpeace zu entkommen. Seit acht Tagen hängen ihnen die Greenpeace-Schiffe Esperanza und Arctic Sunrise an den Fersen und lassen sie nicht aus den Augen. Das japanische Fabrik- und Mutterschiff der Walfang-Flotte, Nisshin Maru, wird sie nicht los!

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Mit hoher Geschwindigkeit hat die Nisshin Maru in den vergangen fünf Tagen mehr als 3.000 Kilometer kreuz und quer durch das Walschutzgebiet hinter sich gebracht. An ihrem Heck klebt die Esperanza mit ihrer Crew, nicht bereit sich abhängen zu lassen. Die Arctic Sunrise folgt mit einigem Abstand, bleibt aber dran. Nicht ein einziges Mal tauchte eines der Jagdschiffe in der Nähe auf. Sie sind und bleiben seit Tagen verschwunden - auch vom Radar. Doch ohne ihr Mutterschiff können die Waljäger nicht jagen.

Die japanischen Walfänger haben ihr Jagdgebiet verlassen, sagt der Greenpeace-Expeditionsleiter Shane Rattenbury. Sie befinden sich derzeit nördlich der Jagdgründe, in denen sie Jahr für Jahr ihren so genannten wissenschaftlichen Walfang betreiben. In den letzten 15 Jahren hat Greenpeace sieben Expeditionen in das antarktische Walschutzgebiet gemacht, um sich für den Schutz der Wale einzusetzen. Doch das hat es bislang noch nie gegeben.

Erstmals ist Greenpeace aber auch im Besitz eines Schiffes, dem die japanische Flotte nicht einfach davonfahren kann - der Esperanza. Die japanischen Walfänger sind damit konfrontiert, dass ihre brutale Waljagd dokumentiert und der Welt diese schrecklichen Bilder gezeigt werden. Wir richten die Scheinwerfer auf die Aktivitäten der Japaner hier im Südpolarmeer. Wir zeigen was wirklich geschieht: Als wissenschaftlicher Walfang verschleierter kommerzieller Walfang!

So kamen Bilder an die Öffentlichkeit, die zeigen, wie die Walfänger ihre Sprengstoff-Harpunen gegen die sanften Meeressäuger einsetzen. Sie zeigen unter anderem die Jagd auf einen Minkewal, die fast zweieinhalb Stunden dauerte und damit endete, dass von der Yushin Maru No. 2 ein Schuss auf den Wal abfeuert werden konnte. Verzweifelte Fluchtversuche des Tieres und ein langer Todeskampf sind ebenfalls dokumentiert. Manche Wale durchleben nach dem Einschlag einer Harpune und der Explosion der Sprengladung in ihrem Körper einen Todeskampf, der bis zu einer Stunde andauern kann.

Raubbau, Betrug und Jagd: Der Teufelskreis der Gier hat eine Walpopulation nach der anderen an den Rand der Ausrottung gebracht. Bei einigen Arten ist es ungewiss, ob sie sich je erholen werden, obwohl sie schon seit Jahrzehnten unter Schutz stehen. Greenpeace fordert die sofortige und endgültige Einstellung der Waljagd.

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