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Japanische Greenpeace-Mitarbeiter angeklagt

In Japan ist am Freitag Anklage gegen zwei Greenpeace-Mitarbeiter erhoben worden. Der Hintergrund: Die beiden Walschützer deckten Mitte Mai den bisher größten Skandal der japanischen Walfang-Geschichte auf. Walfänger hatten Walfleisch illegal von Bord geschmuggelt und es auf eigene Rechnung verkauft. Während die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die Walfänger einstellte, droht den beiden Greenpeacern bis zu drei Jahren unschuldig ins Gefängnis zu müssen. Setzen Sie sich für die Freilassung unserer Kollegen ein: Schreiben Sie an die japanische Regierung und protestieren sie gegen die Verhaftung und Anklage.

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Der Arrest und nun die Anklage der beiden Aktivisten sind politisch motiviert und daher ein Skandal. Die japanische Regierung versucht, den legitimen und friedlichen Protest gegen den Walfang zum Schweigen zu bringen und den sogenannten wissenschaftlichen Walfang zu schützen, sagt Gerd Leipold, Geschäftsführer von Greenpeace International.

Junichi und Toru haben der Polizei sämtliche Beweise und sich selbst als Zeugen zur Verfügung gestellt, so Leipold weiter. Die japanischen Behörden müssen ihre Ermittlungen gegen die Drahtzieher des Skandals wieder aufnehmen anstatt die Umweltschützer anzuklagen.

Am 20. Juni sind Junichi Sato und Toru Suzuki nach einer Razzia im japanischen Greenpeace-Büro festgenommen worden. Seitdem protestierten in 30 Ländern Greenpeace-Aktivisten gegen die Inhaftierung der beiden Japaner. Mit einer Online-Petition an den japanischen Premierminister Fukuda haben bisher rund 240.000 Menschen die Freilassung der Greenpeace-Mitarbeiter gefordert.

Unterstützung kommt auch von anderen internationalen Umweltschutz- und Menschenrechtsorganisationen. Zu den rund 30 Verbänden gehören u. a. Amnesty International, Transparency International, Oxfam, the Lawyers Network for Human Rights Observation, International Fund for Animal Welfare.

Greenpeace soll als weltweit tätige Umweltschutzorganisation von den japanischen Behörden als kriminell gebrandmarkt werden, erklärt Leipold. Wir lassen uns von der japanischen Regierung aber nicht einschüchtern und werden unsere Proteste auch vor den Harpunen der Waljäger weiterführen.

Der von den Greenpeace-Mitarbeitern Mitte Mai aufgedeckte Walfleischskandal fand international Beachtung. Bis zu 93 mit Walfleisch gefüllte Kisten wurden von Mitgliedern der Walfangflotte illegal von Bord geschafft. Rund 3000 US-Dollar ist das in einem Karton enthaltene Walfleisch Wert. Ein ganz schöner Zusatzverdienst für die Walfänger.

Die Praxis ist offenbar seit langem üblich und geschieht mit Wissen der verantwortlichen Regierungsvertreter, der Walfangfirma Kyodo Senpaku und dem Institut für Walforschung (ICR). Pikant dabei, dass sich das ICR, das den Walfang offiziell betreibt, ausschließlich aus Steuergeldern finanziert.

Seit dem 25. Juni protestieren wir in Berlin mit einer durchgehenden Mahnwache vor der japanischen Botschaft. Der Protest wird am Freitagabend vorerst eingestellt, da es nun mit der formellen Anklage wenigstens die Möglichkeit der Verteidigung für die Aktivisten gibt. In den kommenden Wochen werden wir uns gemeinsam mit den Greenpeace-Gruppen verstärkt für die Freilassung der Walschützer einsetzen.

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