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Japan will weiter Wale töten

Die aus fünf Schiffen bestehende Walfangflotte Japans ist am Donnerstag von ihrem jüngsten Beutezug aus der Antarktis zurückgekehrt. Seit November waren die Walfänger unterwegs und haben erneut 440 Minkewale erlegt. Eigentlich könnte dieses Ereignis Walfanggegner froh stimmen: damit endet ein vor 18 Jahren verkündetes Forschungsprogramm.

Tokio hatte sich in dieser Zeit unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Zweckes um das seit 1986 geltende Walfang-Moratorium der Internationalen Walfangkommission (IWC) herumgemogelt.

Doch schon haben japanische Regierungsvertreter angekündigt, dass man auch in Zukunft Jagd auf die Meeressäuger machen wolle. Bei dem diesjährigen IWC-Jahrestreffen in Ulsan, Südkorea, werde man ein neues Forschungsprogramm vorlegen. Der IWC sind dabei die Hände gebunden: sie kann das Programm nicht ablehnen. Japan verspricht sich von dem Procedere einen Hauch von Legalität für den unverholen betriebenen kommerziellen Walfang. Denn nach wie vor landet das Fleisch der getöteten Meeressäuger in Delikatessenrestaurants, wo es für viel Geld angeboten wird.

In den letzten Jahren hat die IWC immer wieder darauf hingewiesen, dass die Informationen, die Japan durch seine angeblich wissenschaftliche Forschung herausfindet, überflüssig sind, kritisiert Andrea Cederquist, Meeresexpertin bei Greenpeace. Außerdem entspricht es nicht mehr dem wissenschaftlichen Standard, die Wale zu töten, um herauszufinden, was sie gefressen haben. Was Japan da betreibt, ist ein Missbrauch der Wissenschaft, um weiter Wale töten zu können.

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Seiten: "Wale und Walfang"

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