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Japan stellt Walen an Land und zu Wasser nach

Während im Südpolarmeer die japanische Walfangflotte Finn- und Minkewalen nach dem Leben trachtet, lädt die Regierung in Tokio am Dienstag zu einer Walfang-Konferenz ein. Zweck des Treffens: Japan möchte gern für eine Normalisierung bei der Internationalen Walfangkommission (IWC) sorgen.

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Doch unter normal versteht man in Tokio, dass die IWC den Walfang ermöglichen und regeln - nicht ihn verhindern - sollte. Die Notwendigkeit zu einer solchen Normalisierung haben 26 der 72 IWC-Mitgliedsländer nicht erkennen können und sind dem Treffen demonstrativ fern geblieben.

Der Einladung gefolgt sind allerdings Vertreter vorrangig aus armen Entwicklungsländern. Sie hat Tokio durch finanzielle Unterstützung wie Entwicklungshilfe auf seine Pro-Walfangseite gezogen. Doch das bekamen die Delegierten am Dienstag vor dem Konferenzort auch vorgeworfen.

Sie wurden von zwei Greenpeace-Aktivisten erwartet. Der eine steckte in einem Walkostüm. Der andere in Schlips und Anzug mit einer Maske des japanischen Premierminister Shinzo Abe vor dem Gesicht. Er hielt eine Tafel mit den 28 Ländernamen und Flaggensymbolen, unter denen jeweils ein 10.000-Yen-Geldschein klebte.

Viele Mitglieder sind überzeugt, dass die IWC reformiert werden muss, aber nicht so, wie Japan es vorschlägt, sagt Junichi Sato von Greenpeace Japan. Tokio rekrutriert Mitgliedsländer durch Geldzahlungen. Deshalb geht es bei diesem Treffen auch gar nicht um Normalisierung, sondern ums Geschäft.

Das Treffen hat Tokio einberufen, um wachsende Stärke in der IWC zu demonstrieren. Deren nächstes Jahrestreffen findet im Mai in Anchorage/USA statt. Die Treffen der vergangenen Jahre waren durch ein verbissenes Ringen Japans um die Meinungsführerschaft und um Mehrheiten geprägt. Japan will das 1986 in Kraft getretene internationale Walfangverbot kippen.

Während sich noch bis Donnerstag die Delegierten in Tokio ums Geschäft kümmern, gehen im Südpolarmeer die japanischen Walfänger auf die Jagd. Doch nicht mehr lange werden sie ihrem totbringenden Treiben unbeobachtet und ungestört nachgehen können. Das Greenpeace-Schiff Esperanza mit seiner Crew ist ihnen auf den Fersen.

An Bord der Esperanza ist auch die deutsche Aktivistin Regine Frerichs. Sie versorgt uns schon seit geraumer Zeit mit interessanten Berichten aus den Gewässern der Antarktis - nachzulesen in ihrem Tagebuch!

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