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IWC-Studie: Sonare schaden Walen

Das wissenschaftliche Komitee der Internationalen Walfangkommission (IWC) hat bei dem am Donnerstag zu Ende gegangenen Jahrestreffen eine neue Studie zur Wirkung von Sonaren auf Wale vorgelegt. Die Wissenschaftler stützen die Theorie, dass Hochleistungssonare, wie sie von Militär und Industrie eingesetzt werden, Walen schaden. Ein Zusammmenhang, der von den Anwendern der Technik bisher abgestritten wurde. Es gibt inzwischen zwingende Beweise, die auf einen direkten Einfluss der militärischen Sonare besonders auf Schnabelwale hinweisen, so die Studie.

Noch verstehen die Forscher nicht alle Einzelheiten, wie die Sonare Wale zum Stranden bringen. Eine Überlegung ist, dass der Lärm das Kommunikations- und Navigationssystem der Tiere stört. Es könnte aber auch sein, dass die Schallwellen die Meeressäuger in der Tiefe des Meeres irritieren und sie zu einem Schnellauftauchen veranlassen. Die Tiere leiden dann an den Folgen einer zu raschen Dekompression, vergleichbar der gefährlichen Taucherkrankheit beim Menschen.

Umweltschützer und Walfreunde auf der ganzen Welt begrüßen die Studie. Zum ersten Mal kommt ein Team von vielen verschiedenen Wissenschaftlern zu diesem Schluss, sagte Joel Reynolds von der US-Umweltschutzorganisation Natural Resources Defense Council (NRDC) der Nachrichtenagentur Reuters. Seestreitkräfte auf der ganzen Welt vollführen Rückwärtssaltos, um jeglichen Zusammenhang zu bestreiten.

Während des Jahrestreffen im italienischen Sorrento hatte sich die IWC wegen der Öl- und Gassuche vor der russischen Sachalin-Halbinsel besorgt gezeigt. Die Ölkonzerne Shell, Esso und BP bedrohen dort mit Sonaren und Umweltverschmutzung die letzten 100 Grauwale. (mir)

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