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IWC-Konferenz startet auf Madeira

Auf Madeira beginnt heute die 61. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC). Beobachter gehen davon aus, dass Japan weiterhin versuchen wird, das Walfangverbot auszuhebeln. Auch Island gibt nicht auf. Am Freitag wurde bekannt, dass ein isländisches Walfangschiff mit zwei getöteten Finnwalen in den Hafen zurückgekehrt ist. Finnwale stehen auf der Liste der bedrohten Arten.

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Seit einem Jahr liegt ein so genannter Kompromissvorschlag der japanischen Regierung auf dem Tisch. Demzufolge will Japan seine jetzige Fangquote senken, wenn es dafür in den eigenen Küstengewässern Wale jagen darf. Ein fauler Kompromiss: Umweltschützer fürchten, dass damit das Walfangmoratorium als Ganzes aufgeweicht werden soll.

Japan attackiert das Moratorium seit jeher und hat es in den letzten Jahren zunehmend geschafft, das Stimmenverhältnis in der Kommission pro Walfang zu beeinflussen. Die Hoffnungen vieler Walschützer, dass die IWC von der Walfangkommission zur Walschutzkommission wachsen würde, wurden enttäuscht.

Dass es eher rückwärts geht, zeigt auch eine weitere Meldung der vergangenen Woche. Überraschend beantragte Dänemark, 50 Buckelwale töten zu dürfen. Als Grund gibt die dänische Regierung an, das Fleisch solle der Ernährung der Ureinwohner in Grönland dienen.

Der Walfang ist eine von vielen Gefahren, die den Riesen der Meere drohen. Die Tiere benötigen umfassenden Schutz. Das 21. Jahrhundert braucht kein Völkerrechtsabkommen, um das Abschlachten von Walen zu organisieren, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe und Walexperte von Greenpeace. Es muss endlich eine Walschutzkommission her, die den vielfältigen Bedrohungen der Walbestände Rechnung trägt: auch dem hunderttausendfachen Tod durch Ertrinken in den Netzen der Weltfischerei, durch Schiffskollisionen oder durch den ständig zunehmenden Unterwasserlärm. Nur so haben die bedrohten Wale eine Zukunft.

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