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Isländer töten weiteren Wal

Auf Island soll heute der zweite getötete Wal angelandet werden. Doch auch in Island regen sich mittlerweile heftige Proteste gegen die Waljagd.

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Wirtschaftlich schneiden sich die Isländer mit der Jagd auf Wale ins eigene Fleisch. Denn Island selbst bietet keinen Markt für Walfleisch. Das belegt eine kürzlich durchgeführte Meinungsumfrage. Danach konsumieren nur ein Prozent der Isländer einmal pro Woche oder öfter Walfleisch, während 82 Prozent der Menschen zwischen 16 und 24 Jahren angaben, noch nie Walfleisch gegessen zu haben.

Zudem gab ein Regierungsvertreter zu, dass Japan offiziell kein Interesse an isländischem Walfleisch hat. Der japanische Markt sei durch den eigenen Fang gesättigt. Ob der norwegische Markt für die Isländer eine Lösung bietet, darf bezweifelt werden: Die norwegischen Walfänger mussten ihre diesjährige Fangsaison abbrechen. Insgesamt verarbeiteten die Norweger nur halb so viel Walfleisch wie im Jahr zuvor.

Die Wiedereinführung der kommerziellen Waljagd in Island wird immer mehr zur Farce, sagt Greenpeace Wal-Expertin Stefanie Werner. Während der zweite Wal nach Island gebracht wird, liegt noch nicht mal eine Genehmigung für die Verarbeitung des ersten Tieres vor.

Dagegen ist es den Isländern in den vergangenen Jahren gelungen, die ökonomisch weitaus profitablere Walbeobachtungsbranche aufzubauen, sagt Werner. Die vom Tourismus abhängige Branche muss jetzt massive Einnahmerückgänge befürchten.

Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftszweig für Island. Nach Angaben der isländischen Walbeobachtungsveranstalter haben in diesem Sommer etwa 70.000 Touristen das Land bereist, um Wale in freier Natur zu beobachten. Doch schon haben 20.000 Menschen eine von Greenpeace aufgesetzte Erklärung abgegeben. Danach wollen sie unter den jetzigen Umständen Island nicht mehr bereisen.

Walschutznationen wie Deutschland müssen dafür sorgen, dass geltende Schutzbestimmungen nicht weiter ausgehöhlt werden, fordert Werner. Sonst werden die eigenmächtig festgelegten Fangquoten in die Höhe schnellen und die Walbestände ernsthaft bedrohen.

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