Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Interview mit Gabor - schwedischer Aktivist aus Ungarn

An der Aktion in Litauen beteiligen sich Aktivisten und Aktivistinnen aus mehreren Ländern. Gabor konnte ich zwischendurch ein paar Fragen stellen.

  • /

Greenpeace Online: Seit wann engagierst du dich für Greenpeace?

Gabor: Ich habe 2004 bei Greenpeace in Ungarn angefangen. Ich arbeitete dort als Pressesprecher. Etwa ein Jahr später ging ich für ein paar Monate auf die Esperanza und war mit ihr auf der Ostsee und vor Kanada unterwegs. Seit November 2005 lebe ich in Stockholm, lerne Schwedisch und unterstütze Greenpeace als Aktivist.

Greenpeace Online: Wie bist du zu Greenpeace gekommen?

Gabor: Ich habe als Journalist gearbeitet und suchte ein neues Betätigungsfeld. Greenpeace Ungarn suchte zu der Zeit einen Pressesprecher. Als umweltengagierter Mensch fand ich das spannend und bewarb mich auf den Job. Und bekam ihn! Damals war ich noch nicht als Aktivist unterwegs, das kam erst mit der Arbeit bei Greenpeace.

Solange ich in Ungarn als Pressesprecher arbeitete, konnte ich dort an keinen Aktionen teilnehmen. Über Aktionen in anderen Ländern, wie Slowenien, Österreich oder Polen, bekam ich aber die Möglichkeit, mich auch als Aktivist einzusetzen. Das war mir sehr wichtig.

Greenpeace Online: Wie bist du in Schweden gelandet? Arbeitest du dort im Greenpeace-Büro?

Gabor: Nein, in Schweden bin ich einfach nur Aktivist und arbeite nicht im dortigen Büro. Als ich auf der Esperanza unterwegs war, besuchten wir Schweden. Dort lernte ich meine jetzige Freundin kennen. Über einen langen Zeitraum führten wir eine Distanz-Beziehung, aber auf Dauer füllte das uns nicht aus. So bin ich nach Stockholm gezogen.

Ich arbeite bzw. engagiere mich gerne für Greenpeace. Besonders gefallen mir die vielen verschiedenen Möglichkeiten, etwas zu machen. Ich kann als Mitarbeiter aktiv sein oder als Aktivist. Ich kann auf Aktionen mitmachen oder mich inhaltlich einbringen. Im schwedischen Büro arbeite ich gerade an der Ausarbeitung eines Reports über illegale Fischerei mit. Dieser soll später für die Lobbyarbeit in der EU in Brüssel genutzt werden.

Greenpeace Online: Wie ist die Situation in Schweden?

Gabor: Etwa zwei Jahre lang haben in Schweden eigentlich keine Aktionen stattgefunden. Das hat sich allerdings in den letzten zwei, drei Monaten verändert. In dieser Zeit sind viele Aktionen zum Thema illegale Fischerei gelaufen. Eine größere Sache waren die Aktionen gegen Findus.

Die schwedische Fernsehsendung Kalla Fakta (Harte Fakten) hatte berichtet, dass Findus Kabeljau aus illegalem Fischfang bezieht und sich darüber an der Ausrottung dieser bedrohten Fischart beteiligt. Direkt am nächsten Tag machte Greenpeace eine Kletteraktion an der Firmenzentrale in Malmö. Kurz darauf gab die Firma bekannt, dass sie keinen illegalen Fisch bei der dänischen Firma Kangamiut mehr kaufen werde. Ein voller Erfolg.

Greenpeace Online: Das hört sich gut an. Und was wünschst du dir für dir für die nächste Zeit?

Gabor: Ich möchte nochmal mit der Esperanza auf den Meeren unterwegs sein!

Greenpeace Online: Dann drücke ich dir mal ganz fest die Daumen und danke für das Gespräch.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Butter bei die Fische

Fischer reagierten teils empört auf die von Greenpeace-Aktiven versenkten Steine in der Ostsee. Im Interview erzählt Thilo Maack, warum die Aktion auch der Fischerei nutzt.

Das Ende vom Ewigen Eis

Zwei Drittel des arktischen Meereises sind verschwunden. Ist der Nordpol im Sommer bald eisfrei? Greenpeace dokumentiert vor Ort die Auswirkungen auf Klima und Artenvielfalt.

Deswegen sind wir wieder hier

Immer wieder protestiert Christian Bussau gegen Shell im Brent-Ölfeld. Der Protest gegen die Versenkung der Brent Spar war der größte Erfolg. Er erzählt, warum er heute da ist.