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Interview mit dem Naturfotografen Bernd Römmelt

Ausdrucksstarke Bilder, Atmosphäre, Gänsehaut. Das ist nur möglich, weil ich mich mit der Landschaft, die ich fotografiere innerlich verbunden fühle, sagt Bernd Römmelt. Er tourt mit seiner Multivisionsshow "Arktis - Schatzkammer des Nordens" durch Deutschland. Im Interview mit Greenpeace ist zu spüren: Er war dort, in der Arktis, und Klimaschutz ist für ihn mehr als nur Vernunft.

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Greenpeace: Warum bist du Naturfotograf?

Bernd Römmelt: Weil das meine große Liebe ist. Man braucht eine gewisse Besessenheit, um gute Fotos zu machen. Man will etwas Einzigartiges zeigen, das eventuell vorher noch niemand so fotografiert hat.

Greenpeace: Was macht deine Fotos so ausdrucksstark?

Bernd Römmelt: Sind sie das?! Das ist für mich schwer zu beurteilen. Für mich ist es am wichtigsten, dass ich mich mit der Region identifiziere. Ich kann nur dann gute Bilder machen, wenn ich mein Fotoprojekt auch mag, eine innere Beziehung aufgebaut habe. Ich glaube, die besten meiner Bilder entstanden in den bayerischen Alpen, weil das meine Heimat ist und ich das Land einfach liebe!

Greenpeace: Was zeigst du auf deinen Fotos?

Bernd Römmelt: Landschaften, Tiere und Natur so wie ich sie sehe oder sehen will. Da ich ja in erster Linie Landschaftsfotograf bin, spielt für mich Licht eine ganz besondere Rolle. Ohne besonderes Licht ist Landschaftsfotografie nur Knipserei.

Greenpeace: Warum zeigst du Fotos und keinen Film?

Bernd Römmelt: Auch eine gute Frage - ich habe mir schon oft überlegt, auf Filmen umzustellen. Was am Fotografieren so schön, aber auch so schwierig ist, ist den besonderen Moment festzuhalten: zum Beispiel, den Moment, in dem der Puffin (Papageientaucher) genau auf mich zufliegt und die Flügel perfekt vor mir ausbreitet. Filmen ist leichter, da ich immer Sequenzen zeigen kann und nicht alles von einem Moment abhängt. Darüber hinaus sind Filme sehr vergänglich. Wer erinnert sich denn an Naturfilme der letzten Jahre? Ein gutes Bild bleibt länger im Gedächtnis.

Greenpeace: Es gibt viele Vortragsreisende mit Reiseberichten. Was unterscheidet dich von ihnen?

Bernd Römmelt: Schwierig. Ich erlebe immer wieder, dass Vortragende in erster Linie sich selbst präsentieren. Da hört man Sätze, wie Ich war dem Tode nahe, Unter dem Einsatz meines Lebens - warum machen sie das? Ich hoffe, meine Person ein wenig zurückstellen zu können, um dem Thema Platz zu geben. Nicht ich stehe kurz vor dem Zusammenbruch, sondern die Arktis mit ihrer eindrucksvollen Natur.

Greenpeace: Was bedeutet dir die Arktis?

Bernd Römmelt: Die Arktis ist neben den Alpen schon immer meine große Leidenschaft gewesen: die einmalige Tierwelt, die Menschen - der Menschenschlag dort oben ist schon eher speziell aber liebenswert, die Weite...! Ich mag es einfach kalt und einsam. Darüber hinaus habe ich schon immer eine Vorliebe für Bären gehabt - egal ob Eisbären, Braunbären oder Schwarzbären. Und von ihnen gibt es in der Arktis einige! Was mich zurückblickend am hohen Norden ebenfalls fasziniert, ist, dass man nichts geschenkt bekommt. Die Tiere müssen das ganze Jahr kämpfen, um zu überleben. Genauso verhält es sich mit den Bildern. Um in der Arktis ein gutes Bild zu bekommen, ist unendliche Geduld erforderlich. Wenn man die jedoch hat, wird man mit Traumaufnahmen belohnt, die man sonst nirgends bekommt.

Greenpeace: Hast du einen Lieblingsort? Welchen?

Bernd Römmelt: Mein Lieblingsort ist der Denali Nationalpark in Alaska. Hier ist die Natur noch absolut sich selbst überlassen. Es ist ein traumhafter Platz, um viele Tiere des Nordens in geballter Form zu erleben. Außerdem mag ich das Shuttle Bus System des Parks, das den Verkehr so schön in Grenzen hält. Die Landschaft dort ist so wild, schön, einmalig, dass ich Gänsehaut bekomme, wenn ich daran denke .

Greenpeace: Bist du ein Abenteurer?

Bernd Römmelt: Nein, eher ein Besucher. Ich will nichts erleben, was mich in Gefahr bringt. Ich will Natur genießen und erleben und keine Heldentaten vollbringen.

Greenpeace: Was ist für dich Luxus?

Bernd Römmelt: Nicht im Zelt, sondern im Auto schlafen zu können und morgens eine heiße Tasse Kaffee zu trinken!!!

Greenpeace: Hast du Träume?

Bernd Römmelt: Eine Hütte in den Bergen, ganz abseits vom Trubel. Dann sitze ich am Abend vor meiner Hütte, schau auf die Berge und bin zufrieden - natürlich mit wunderbarem Tegernseer Bier.

Greenpeace: Wie bist du zu Greenpeace gekommen?

Bernd Römmelt: Ich bin über den Bruckmann Verlag zu Greenpeace gestoßen. Ich wollte nach all den dramatischen Erfahrungen der letzten Jahre ein Buch über die Arktis machen, in dem aufgezeigt wird, wie gefährdet das Paradies im hohen Norden momentan ist. Mich langweilte irgendwann der Gedanke, Bücher nur um ihrer selbst willen zu machen. Sie sollen doch etwas bewirken. Da bot sich ein starker, glaubwürdiger Partner wie Greenpeace einfach an!

Greenpeace: Wie lautet deine Botschaft?

Bernd Römmelt: Wenn wir jetzt den Klimawandel nicht ernst nehmen und nicht anfangen, ihn zu bekämpfen, geht eines der letzten Naturparadiese der Erde verloren. Die Arktis steckt mitten im Klimawandel. Denen schmilzt derzeit das Eis geradezu unterm Hintern weg. Die Arktis ist jedoch nur eine Art Frühwarnsystem. Das was dort oben passiert, wird zum einen Auswirkungen auf unsere Breiten haben, zum Beispiel auf den Meeresspiegel. Zum anderen können wir wunderbar beobachten, was in Zukunft auf uns zukommen wird, wenn wir dieselben Veränderungen erleben wie die Menschen und Tiere der Arktis.

Greenpeace: Was sollten Umweltliebende unbedingt tun, um die Natur zu schützen?

Bernd Römmelt: Energie sparen, Fuß runter vom Gas, Tempolimit, kleinere Autos, die richtige Partei wählen! Jeder sollte das tun, was er im Rahmen seiner Möglichkeiten tun kann - nicht mehr und nicht weniger. Ich werde immer dafür kritisiert, dass ich zu viel Auto fahre! Naja, das gehört eben zu meinem Job. Aber wenn ich schon sehr viel Auto fahren muss, dann kann ich einen kleinen Beitrag leisten, indem ich auf Autobahnen höchstens 110 Kilometer pro Stunde fahre.

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