Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Wird BP 20 Millarden Dollar zahlen?

Immer dramatischer wird die Situation in Golf von Mexiko. So strömen nach jüngsten Schätzungen der US-Regierung bis zu 8200 Tonnen Öl pro Tag ins Meer. Bereits zum zweiten Mal musste die Menge des austretenden Öls nach oben korrigiert werden. Der öffentliche Druck auf BP sorgt nun auch dafür, dass der Energiekonzern innerhalb der nächsten vier Jahre 20 Milliarden Dollar auf ein Treuhandkonto einzahlen will.

  • /

Damit erfüllt BP auch eine der zentralen Forderungen von Greenpeace. Jetzt muss der Konzern mit aller Kraft daran arbeiten, das Ölbohrloch im Golf von Mexiko zu schließen und die entstandenen Schäden zu beseitigen. Aber das allein reicht nicht aus. Denn ein solcher Unfall ist auch bei Tiefseebohrungen anderer Ölkonzerne nicht auszuschließen. Deshalb richtet sich unsere zentrale Forderung auch an alle Ölkonzerne, die in der Tiefsee Öl suchen und fördern: Raus aus der Tiefsee!

Nur durch den Stopp neuer Projekte kann die Gefahr von Unfällen in der Tiefsee verringert werden. Wie der Unfall im Golf von Mexiko zeigt, ist die Technik für Tiefseebohrungen unsicher. Wenn etwas passiert, reichen die vorhandenen Techniken nicht aus, um Lecks umgehend zu schließen. Hier sind die Grenzen der technischen und menschlichen Fähigkeiten erreicht. Daran können auch Beteuerungen der Konzerne nichts ändern.

Die Politik muss nach der Ölkatastrophe im Golf Tiefseeölförderung neu bewerten und der Ölindustrie Einhalt gebieten. Sie vergibt die Lizenzen für Offshore-Aktivitäten vor unseren Küsten. Deshalb fordert Greenpeace von den Regierungen keine neuen Lizenzen für solche Projekte zu vergeben.

Zudem müssen weltweit alle bestehenden Offshore-Förderanlagen überprüft werden. Sicherheitsstandards und Kontrollmechanismen müssen verbessert und vereinheitlicht, Haftungsfragen einfach und klar geregelt werden. Es muss ein Entschädigungsfond aller beteiligten Ölkonzerne eingerichtet werden, der von unabhängiger Seite beaufsichtigt und gemanagt wird. So kann im Notfall zügig, schnell und umfassend entschädigt werden.

Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko führt auch hierzulande zu Entsetzen und berechtigter Empörung. Viele Menschen fragen sich, was sie persönlich tun können. Klar ist: Es gibt keinen sauberen Treibstoff. Welche Konsequenzen man daraus ziehen mag, ob man das Auto häufiger einmal stehen lässt, oder wo man tankt, muss jeder selbst entscheiden. Aber auch Sie können helfen:

  • Wenden Sie sich an BP und teilen Sie dem Konzern mit, dass Sie eine Ölförderung in der Tiefsee für unverantwortlich halten.
  • Schreiben Sie auch die anderen großen Mineralölkonzerne an. Sie haben ähnliche Tiefseeförderprojekte wie BP. Dieser Unfall hätte genauso einem anderen Konzern passieren können. Fordern Sie den Ausstieg aus neuen Tiefseeprojekten!
  • Fahren Sie weniger Auto und nehmen sie öfters das Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß.
  • Achten Sie beim Neukauf eines Autos besonders auf die Sparsamkeit beim Verbrauch.

Weiterführende Publikationen zum Thema

Antarktis: Schutz fürs südliche Polarmeer

Gesunde Meere sind überlebenswichtig: Sie schenken uns Sauerstoff und binden klimaschädliches CO2. Das macht sie zu unseren besten Verbündeten im Kampf gegen den Klimawandel.

Mehr zum Thema

„Ein gewaltiges Unterfangen“

Vor 22 Jahren besetzten Greenpeace-Aktivisten die Ölplattform Brent Spar – Christian Bussau war dabei. Im Interview schildert er die Aktion – und die aktuelle Situation vor Ort.

Doppelt hält besser

Erfolg fürs Wattenmeer! Auch ein von Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck in Auftrag gegebenes Gutachten besagt: Ölbohrungen im Wattenmeer sind nicht rechtens.

Ein klarer Fall

Der schleswig-holsteinische Umweltminister kann Ölbohrungen im Wattenmeer umgehend untersagen. Das Recht ist auf seiner Seite, so ein Gutachten im Auftrag von Greenpeace.