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Unmut gegen BP wächst

Basta! Den Spaniern reichts auch. Greenpeace-Aktivisten haben in Madrid einen Flaggenwechsel für BP eingeläutet. Das alte Logo wurde der Umweltpolitik des Ökonzerns, der mit dem Slogan beyond petroleum (jenseits des Erdöls) wirbt, kaum mehr gerecht. Das gelb-grüne Markenzeichen an der Fassade der spanischen BP-Zentrale musste angesichts der Ölpest im Golf einem braun-schwarzen weichen. Auch in Österreich und Deutschland gehen die Proteste weiter.

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Bei 38 Grad Hitze protestierten am Montag Greenpeace-Aktivisten mit Bannern vor der BP-Zentrale in Alcobendas (Madrid) und forderten Genug Erdöl - Saubere Energien jetzt. Das mühsam aufgebaute grüne Image des Ölkonzerns schimmelt nicht erst seit dem 22. April, als die von BP geleaste Plattform Deepwater Horizon havarierte.

Und BP scheint wenig zu unternehmen, um solche Unglücke zukünftig zu verhindern. Im Gegenteil: Die global geplanten Investitionen in fossile Energien übersteigen die der erneuerbaren Energien um das 19fache. Nicht dass letztere bei BP mehr Anlass zur Freude bedeuten, denn der Konzern setzt dabei klar auf klimaschädlichen Biosprit. Obwohl das Land großes Potential für Erneuerbare Energien bietet, hat BP sein Solar-Geschäft im sonnenreichen Spanien längst aufgegeben.

Auch in Österreich wächst der Unmut gegen das mangelhafte Krisenmanagement von BP. Der Konzern hat es auch nach über zwei Monaten nicht geschafft, das sprudelnde Öl zu stoppen. Greenpeace Österreich setzt am Mittwoch gemeinsam mit Passanten auf dem Stephansplatz ein Zeichen gegen die verantwortungslosen Geschäftspraktiken der Ölbranche. BP - Nein Tanke lautet der Slogan auf dem 225 Quadratmeter großen Banner, auf dem sich jeder mit seiner Botschaft verewigen kann.

Mit dieser Aktion zeigen wir BP, dass ihre Vorgehensweise unverantwortlich war und immer noch ist. Um BP zum Handeln zu bewegen, ist es notwendig, dass die Konsumenten ein klares Zeichen an den Ölkonzern senden, erklärt Jurrien Westerhof, Greenpeace Energie-Experte zur Protestaktion. Es muss ein sofortiges Verbot für alle weiteren Tiefsee-Bohrungen geben, sonst ist die nächste Katastrophe vorprogrammiert - und die könnte möglicherweise das Mittelmeer oder die Nordsee treffen.

In Deutschland sind seit Anfang Juli ehrenamtliche Greenpeace-Aktivisten unterwegs und protestieren vor den Tankstellen von Aral, Shell, Esso und anderen gegen das Tiefseegeschäft der Ölkonzerne. Sie verleihen damit dem offenen Brief von Greenpeace Deutschland an die Vorstandvorsitzenden und Geschäftsführungen der Ölmultis Nachdruck. Greenpeace fordert die Ölkonzerne auf, ihre Projekte und Pläne für die Ausbeutung der Ölreserven in der Tiefsee aufzugeben.

 

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