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Umweltkatastrophe vor Gibraltar

Der seit August 2007 vor Gibraltar festliegende Frachter New Flame ist jetzt fast vollständig gesunken. Aus dem Wrack sind erneut Öl und Treibstoff ins Meer ausgetreten und haben eine Ölpest ausgelöst. Außerdem droht die Schwermetallfracht des Schiffes das Meer zu vergiften.

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Der unter panamaischer Flagge fahrende Frachter war im August 2007 vor dem Hafen der britischen Kronkolonie Gibraltar mit einem dänischen Öltanker zusammengestoßen und teilweise gesunken. Seither lag er vor der Küste fest, eine Bergung wurde nicht anberaumt. Ende Dezember brach das Wrack in zwei Teile. Am Montag versank nun die New Flame während eines Unwetters fast vollständig im Meer.

Zwei große Ölteppiche haben bereits die Küste erreicht und drei Strände in der Gegend der südspanischen Hafenstadt Algeciras mit Ölschlamm verdreckt. Nach Angaben von TAZ Online ist es bereits das siebte Mal, dass Öl und Diesel aus dem Frachter ausgetreten sind. Spezialkräfte kämpfen gegen die Verschmutzung an.

Diese Umweltkatastrophe war vorauszusehen. Es ist unverantwortlich, dass ein verunglücktes Schiff sechs Monate vor der Küste festliegt und die Behörden von Gibraltar nichts zur Bergung des Wracks und der Ladung unternehmen, sagt Christian Bussau, Schifffahrts-Experte von Greenpeace.

Neben der Ölpest geht laut TAZ Online von dem gesunkenen Frachter jedoch noch eine andere Gefahr aus: Die New Flame hat 42.000 Tonnen Schrott geladen. Es handelt sich um alte Auspuffrohre, die mit Schwermetall verseucht sind. Die Meeresströmung könnte die Schwermetalle über die gesamte Meerenge von Gibraltar und bis weit hinein ins Mittelmeer verteilen. Die giftigen Stoffe könnten von Meerestieren und Fischen aufgenommen werden und so in die Nahrungskette gelangen.

Letztendlich ist die Zusammensetzung der Ladung nicht genau bekannt. Spanischen Umweltschützern zufolge könnten auch Öle, Schwermetalle oder radioaktiver Abfall dazu gehören. Allerdings stehen die Ergebnisse genauerer Untersuchungen noch aus. Die Regierung der britischen Kolonie Gibraltar erklärte hingegen, von der Ladung gehe keine Gefahr für die Umwelt aus.

Christian Bussau: Man muss jetzt so schnell wie möglich Öl und Treibstoff aus dem Wrack entfernen und sich dann darum kümmern, die Ladung zu bergen. Sonst ist es durchaus möglich, dass es zu einer starken Verschmutzung der Meeresumwelt kommt. Dieser Fall zeigt, dass die Behörden bisher vollständig versagt haben. Anstatt das Wrack schnellstmöglich zu bergen, wartete man, bis es fast zu spät war.

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