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Schiffsunglück am Great Barrier Reef

Weitab von seiner eigentlichen Route ist am Samstag ein Kohlefrachter auf das australische Great Barrier Reef aufgelaufen. Die Shen Neng 1 hat 975 Tonnen Schweröl an Bord. Läuft der Treibstoff aus, könnten tausende Quadratkilometer des Korallenriffs geschädigt werden. Das Schiff droht auseinanderzubrechen. Es soll jetzt leergepumpt werden.

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Das Great Barrier Reef gilt als größtes Korallenriff der Welt. Mit einer Fläche von fast 350.000 Quadratkilometern und 2.300 Kilometern Länge zieht es sich an der Nordostküste Australiens entlang. Die UNESCO erklärte es 1981 zum Weltnaturerbe. Das Riff ist schon jetzt gefährdet: Klimaerwärmung und Einleitungen aus der Landwirtschaft setzen der Naturschönheit zu.

Das Öl muss so schnell wie möglich abgepumpt werden, fordert Meeresbiologe Christian Bussau von Greenpeace. Wenn das Schiff auseinanderbricht und die 950 Tonnen Treibstoff ins Meer gelangen, kommt es zu einer großen Verschmutzung. Das Schweröl sinkt ab, Korallen und andere Bewohner des Riffs werden verölt und sterben.

Bussau sieht auch Glück im Unglück: Wäre ein Tanker auf das Riff aufgelaufen, hätten wir es mit mehreren zehntausend Tonnen Öl zu tun. Zwar sind auch 950 Tonnen keine Kleinigkeit – die Verschmutzung wird aber lokal begrenzt bleiben. In seiner Gesamtheit ist das riesige Great Barrier Reef nicht gefährdet.

Die Shen Neng 1 ist am südlichen Zipfel des Riffs gestrandet. Noch ist unklar, warum das Schiff seine Fahrtroute geändert hat. In einer Region wie dem Great Barrier Reef müsse es eine Lotsenpflicht geben, fordert Bussau. Und sobald ein Schiff die vorgeschriebene Route verlasse, müssten Schlepper zum Einsatz kommen.

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