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Prestige-Ölpest nimmt kein Ende

Der Atlantikküste Spaniens im Nordwesten des Landes droht ein dritter Schub der Ölpest. An der Stelle, wo vor drei Wochen der Großtanker Prestige zerbrach und versank, treiben drei große Ölteppiche. Sie sollen einen Durchmesser von neun bis 30 Kilometer haben. Am Montagabend bezeichnete der konservative Regierungschef José María Aznar die Ölpest als größte Umweltkatastrophe in der Geschichte seines Landes. Er reagierte auch auf die Kritik an seinem Krisenmanagement und räumte Fehler ein.

Bei erneuten Tauchgängen des französischen Spezial-U-Bootes Nautile wurden weitere Risse in den Wrackteilen der Prestige am Meeresgrund entdeckt. Aus ihnen quillt weiterhin kontinuierlich Öl ins Meer. Die Experten schätzen die Menge auf 125 Tonnen pro Tag. Madrid schloss nicht aus, dass im schlimmsten Fall die Tanks des gesunkenen Großtankers platzen und das gesamte Öl freigesetzt werden könnte. Dies teilte die EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio nach einem Treffen mit Ministerpräsident Aznar mit.

Unterdessen nähert sich das Öl auch der französischen Küste. Paris hat deshalb den Umweltalarm für seine Atlantikstrände auch auf das Gebiet südlich von Bordeaux erweitert. Es sei sehr wahrscheinlich, dass nach Spanien auch die französische Küste von der Ölpest heimgesucht werde, teilte Umweltministerin Roselyne Bachelot nach einer Krisensitzung mit Premierminister Jean-Pierre Raffarin mit. (mir)

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