Archiv: Artikel kann veraltete Informationen enthalten

Prestige: Milliardensumme für Säuberung

Rund eine Milliarde Euro soll die Säuberung der nordspanischen Strände von giftigem Schweröl aus dem im November 2002 gesunkenen Öltanker Prestige kosten. Auf diese Summe veranschlagte der spanische Vizepräsident Mariano Rajoy am Samstag die voraussichtlichen Kosten.

Darin seien allerdings weder die Kosten für die letztendliche Bergung des Öls aus dem Wrack der Prestige, noch Entschädigungszahlungen für tausende betroffene Fischer enthalten, sagte Rajoy. Letztere erinnerten am Montag an die Havarie der Prestige vor genau zwei Monaten, indem sie die Hupen ihrer Kutter und die Sirenen der Auktionshäuser aufheulen ließen.

Auch die Kosten für das französische Spezial-U-Boot Nautile, das pro Tauchgang rund eine Million Euro kostet, sind darin bislang nicht eingerechnet. Der Besatzung der Nautile gelang es am Wochenende, zwei bislang nur teilweise geschlossene Lecks abzudichten. Es dringt allerdings noch aus zehn bis zwölf von ursprünglich 20 Lecks weiter giftiges Schweröl. Am Montag ging die Nautile wieder auf Tauchstation, um weitere Lecks zu schließen, nachdem sich die Wettersituation entlang der galicischen Küste etwas gebessert hat.

Am Wochenende erreichten einzelne Ölklumpen aus der Prestige auch die baskische Küste. Nur wenige Kilometer südlich der französischen Grenze wurde das Öl an Strände gespült, die bislang verschont geblieben waren, darunter auch das Naturschutzgebiet Urdaibai. Ein weiterer, großer Ölteppich gelangte am Montag an die baskische Küste. Entlang der Biscaya wurden deutlich stärkere Verschmutzungen gemeldet als noch am Wochenende. Die Hoffnungen auf Winde aus südlichen oder südöstlichen Richtungen, die noch am Freitag von Meteorologen vorhergesagt worden waren und die das Öl von der Küste wegtreiben sollten, erfüllen sich offenbar nicht. (hol)

Weiterführende Publikationen zum Thema

Mehr zum Thema

Kein Goldrausch im Ozean!

Erste Pilotversuche zum Abbau von Manganknollen im Ozean sind abgeschlossen. Doch Tiefseebergbau ist eine massive Bedrohung für unsere Ozeane.

Rohstoffgier in der Tiefsee

Zwischen Mexiko und Hawaii sollen Manganknollen abgebaut werden. Die ersten Tests dafür haben begonnen.

Tiefsee ist kein Rohstofflager

Zwischen Mexiko und Hawaii sollen Manganknollen abgebaut werden. Doch Wissenschaftler:innen warnen vor der Zerstörung.