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Prestige: Kaum Hoffnung auf Aufklärung

Bei der ersten Sitzung des Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der Havarie der Prestige im Regionalparlament von Galicien gab es gleich einen Eklat: Die vorgeladenen Vertreter der Zentralregierung erschienen nicht, und Madrid verweigerte die Herausgabe von Protokollen der mehrere Tage dauernden Bergungsaktion.

Ministerpräsident José Maria Aznar steht auf dem Standpunkt, dem Untersuchungsausschuss eines Regionalparlaments seien die Angehörigen der Zentralregierung nicht auskunftspflichtig. Aznar veranlasste außerdem, dass weder der Regierungsvertreter in Galicien, Arsenio Fernández de Mesa, noch die Techniker der staatlichen Bergungsgesellschaft Sasemar oder der Chef der Hafenbehörde von La Coruna vor dem Gremium erschienen.

Die Opposition im Madrider Parlament wirft der Regierung daher einen Vertuschungsversuch vor. Offenbar wolle man die bei der Rettungsaktion passierten Pannen und Fehleinschätzungen nicht ans Licht bringen. In dieses Bild passt auch, dass die regierende Partido Popular Aznars den Antrag auf einen Untersuchungsausschuss im Zentralparlament mit ihrer Mehrheit abschmetterte.

Nach dieser de-facto Sabotage des Ausschusses im Parlament von Santiago de Compostela lastet viel Hoffnung auf dem kleinen Strafgericht in Corcubión, wo dem griechischen Kapitän der Prestige, Apostolos Mangouras, zurzeit der Prozess gemacht wird. Auch dort wird die Frage verhandelt, ob es ein Fehler war, den Tanker während eines Sturms auf die offene See zu schleppen anstatt in einen Hafen. Allerdings ist das Gericht hoffnungslos unterbesetzt und zu schlecht ausgestattet, um die Ereignisse erschöpfend aufzuklären. Greenpeace Spanien hatte am Mittwoch dieser Woche bereits eine bessere Ausstattung der Untersuchungsbehörden gefordert.

Unterdessen wird im Baskenland mit einer Ölpest gerechnet. Die dortige Küste war aufgrund günstiger Winde bislang weitgehend verschont geblieben. Jetzt treibt der Wind allerdings das Öl von der Küste Frankreichs in südwestliche Richtung - erste Ölspuren erreichten bereits die Strände im Golf von Biscaya. (hol)

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