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Pipeline-Leck verseucht Tundra in Alaska

Update - Nach neuesten offiziellen Angaben beträgt die an der Prudhoe Bay ausgelaufene Menge Rohöl bis zu eine Million Liter. Die Säuberung soll vier bis sechs Wochen in Anspruch nehmen.

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In Alaska sind bis zu 220.000 Liter Öl aus einer Pipeline in die umliegende Tundra ausgelaufen. Das Unglück hat sich in der Pruedhoe Bay am Nordzipfel des Bundesstaates ereignet. Es ist einer der schlimmsten Pipeline-Unfälle in der Region.

Das kalte Klima in der Region bewirkt, dass augetretenes Öl eindickt und sich daher langsamer ausbreiten kann. Gleichzeitig aber werden Risse in der Pipeline mitunter erst sehr spät entdeckt, da sich der Ölteppich unbemerkt unter der Schneedecke ausbreiten kann. Wie viel Zeit zwischen erstem Öl-Austritt und Abriegelung der Pipeline verstrichen ist, bleibt daher ungeklärt.

Wenige Kilometer nördlich der Austrittsstelle erstreckt sich ein Gebiet, das 1960 zum arktischen Naturreservat ernannt wurde. Dieses Schutzgebiet beherbergt eine größere Tier- und Pflanzen-Vielfalt als jedes andere Gebiet innerhalb des arktischen Polarkreis. Zahlreiche Urvölker, wie zum Beispiel die Inupiat, leben in und von dem Land.

Seine Reichtum an natürlichen Ressourcen könnten diesem einzigartigen Gebiet zum Verhängnis werden. Die Bush-Administration würde gerne Öl-Bohrungen in dem Gebiet vornehmen. Auf höchster politischer Ebene ist es im letzten Jahr daher zu einem Hin und Her gekommen. Zuletzt verhinderte der US-Senat in Washington in einer knappen Entscheidung Bohrungen in dem Schutzgebiet.

Dass technisches und menschliches Versagen immer wieder zu schlimmen Katastrophen führen kann, verdeutlicht nun das Pipeline-Unglück. Bestehende Naturschutzgebiete wie das arktische Naturreservat oder auch das russische Weltnaturerbe Baikalsee, in dessen Nähe es nun zum Bau der neuen Pazifik-Pipeline kommen soll, müssen vor dieser Gefahr geschützt werden.

(Autor: Benjamin Borgerding)

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