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Öltanker bedrohen Ostsee und Westatlantik

Der unter der Flagge der Bahamas fahrende sogenannte OBO-Carrier Pindar ist in der letzten Nacht in der Ostsee in der Nähe der dänischen Insel Laeso auf Grund gelaufen. Beladen ist die Pindar mit über 50.000 Tonnen fuel oil. Das kann von Benzin bis Schweröl alles sein. Bisher läuft aber keine Ladung aus. An der Küste Galiciens sind am Samstag erste Ölspuren aufgetaucht.

Greenpeace sieht in den beiden verunglückten Tankern, der Prestige vor Spanien und der Pindar vor Dänemark eine akute Gefahr für die Meeres- und Küstenregionen dieser Länder. Wenn Öl austritt, wird es wegen der Küstennähe sehr schnell die Strände erreichen, sagt Christian Bussau, Greenpeace-Schifffahrtsexperte. Gefährdet sind Seehunde, Schweinswale, Fische und Vögel wie Möwen, Schwäne, Kormorane und Enten. Zum Vergleich: Bei dem Tankerunglück der Baltic Carrier am 29. März 2001 wurden 2.700 Tonnen Öl frei und verschmutzten große Teile der dänischen Küste, Tausende von Seevögeln starben.

Die Pindar (Baujahr 1984) hat keine Doppelhülle. Der Schiffsboden dagegen ist als Doppelboden mit Tanks versehen, die durch die Grundberührung stark beschädigt sind. Die Doppelbodentanks vorne, sind links (Backbord), rechts (Steuerbord) und in der Mitte beschädigt. Ebenfalls ist der sogenannte Vorpiek-Tank, in der Spitze des Schiffes betroffen. Die Pindar besitzt keine zweite Maschine und keine zwei Schrauben. Sie erfüllt damit nicht die Sicherheitsanforderungen, die an einen modernen Tanker gestellt werden müssen.

Die Prestige vor Spanien ist mit ihrem Alter von 26 Jahren eine schwimmende Zeitbombe, so Bussau. Bricht sie in den nächsten Stunden auseinander und wird das gesamte Öl ausgeschwemmt, so sind Seevögel wie Möwen, Papageientaucher, Kormorane und Kleintiere akut bedroht. An diesem Küstenabschnitt im Nordwesten Spaniens ziehen Pott -, Schwert- und Finnwale vorbei und sogar Blauwale. Auch sie sind durch das Öl beim Auftauchen in Gefahr.

Christian Bussau: Der inzwischen 50 Meter lange Riss im Rumpf der Prestige lässt auf Materialermüdung schließen und zeigt, in welchem schlechten Zustand das Schiff ist. Greenpeace fordert seit Jahren, altersschwache Tanker aus dem Verkehr zu ziehen. Gleichzeitig müssen die Kontrollen der Schiffe durch die Klassifikationsgesellschaften und durch die Hafenstaatkontollen verschärft werden. Außerdem müssen sich die Ölgesellschaften verpflichten, Öl nur in Tankern zu transportieren, die modernsten Sicherheitsanforderungen genügen. Im Moment dürfen noch bis zum Jahr 2015 Einhüllen-Tanker europäische Häfen anlaufen. (bes)

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