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Ölpest vor Karachi nimmt zu

Die Abpumparbeiten auf der Tasman Spirit, dem vor der pakistanischen Hafenstadt Karachi gestrandeten und zerbrochenen griechischen Öltanker, sind am Sonntag zum Stillstand gekommen. Technische Störungen auf dem Hilfsschiff Fair Jolly verhinderten ein weiteres Abpumpen der restlichen 18.000 Tonnen Rohöl.

Erst am späten Abend konnte mit dem Ersatzschiff Gwadar das Öl wieder abgepumpt werden.

Bereits am Tag zuvor mussten die Rettungsarbeiten wegen schlechter Wetterbedingungen immer wieder unterbrochen werden, obwohl aus den Wrackteilen erneut Öl auslief. Die erschöpfte Säuberungsmannschaft am Strand rechnet mit neuen Ölteppichen. Die Gruppe befreit seit einer Woche den 16 Kilometer langen Strand von Karachi vom ölverschmutzten Sand und toten Tieren. Mit der Zerstörung der jungen Mangrovewälder, dem Sterben von Schildkröten und Fischen erlebt Pakistan seine bislang schwerste Ölkatastrophe.

Tanker, die wie die Tasman Spirit über 20 Jahre alt sind und nur über eine Hülle verfügen, müssen endlich von den Weltmeeren verschwinden, fordert Greenpeace-Ölexperte Jörg Feddern. Nur so lassen sich in Zukunft Katastrophen wie diese verringern. Bereits im Januar diesen Jahres hatte Greenpeace eine schwarze Liste mit den über 3400 noch aktiven Ein-Hüllen-Tankern, die über zwanzig Jahre alt sind, vorgestellt - die Tasman Spirit gehörte dazu.

Experten gehen davon aus, dass über 15.000 Tonnen Rohöl aus der am 27. Juli gestrandeten Tasman Spirit ausgelaufen sind. Vor dem Auseinanderbrechen des Öltankers am 14. August konnten noch über 20.000 Tonnen Rohöl abgepumpt werden.

(nic)

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