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Ölmultis bedrohen Sachalin - Esso ist dabei

Greenpeace und andere Umweltorganisationen haben am Freitag strengere Umweltschutzmaßnahmen für die Öl- und Gasförderprojekte vor der Küste von Sachalin im Ochotskischen Meer gefordert. Zu den dort aktiven Ölunternehmen gehört auch ExxonMobil (Esso). Die Projekte gefährden die reichen Fischgründe der Region und die Heimat einer bereits bedrohlich dezimierten Grauwal-Population.

Umweltschützer warnen schon seit Jahren vor der anstehenden Ausbeutung der Öl- und Gasfelder von Sachalin. Das Gebiet vor der russischen Pazifikinsel 45 Kilometer nördlich von Japan gilt den Ölmultis als eine der ergiebigsten Neuerschließungen für ihre Geschäfte mit den fossilen Brennstoffen. Bisher ist aber nur das zweite von 6 Förderprojekten (Sachalin 1-6) teilweise umgesetzt worden.

Jetzt geht Projekt 1 unter der Leitung von ExxonMobil in die entscheidende Phase. 30 Prozent Anteil hält der Esso-Konzern, insgesamt 12 Milliarden US-Dollar will er in den nächsten acht Jahren investieren, um die drei Felder mit geschätzten 307 Millionen Tonnen Öl und 485 Milliarden Kubikmeter Erdgas ausbeuten zu können. Schon in wenigen Jahren wird die erste Ölplattform errichtet sein, spätestens ab 2005 soll das Öl fließen.

Weitreichende Auswirkungen dieser Aktivitäten sind vor allem für eine bereits stark dezimierte Population von Grauwalen zu befürchten, deren Nahrungsgründe unmittelbar betroffen sind. Diese Population gilt als die am stärksten bedrohte überhaupt. Greenpeace-Experte Karsten Smid warnt: Das Nahrungsgebiet vor Sachalin ist überlebenswichtig für diese Tiere. Esso gefährdet durch seine Tätigkeit die letzten 100 Grauwale der Region. Zudem ist es im höchsten Maße klimaschädlich, immer weiter Milliarden in das Erschließen neuer Ölfelder zu investieren, anstatt das Geld in Projekte zur Förderung erneuerbarer Energien umzulenken.

Die russischen Umweltschutzorganisationen fordern mit Greenpeace das Ölkonsortium auf, zumindest kein Geld zu investieren, solange sie nicht gewährleisten können, dass das Überleben der Grauwale gesichert ist und die Fischgründe ungestört bleiben.

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