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Ölhahn zugedreht

Wieder einmal ist Öl in die einzigartige Naturlandschaft Alaskas geflossen. Grund: wie schon viele Male zuvor eine defekte Pipeline. Der Ort der Umweltverschmutzung liegt im Osten des größten Ölfeldes Nordamerikas, der Prudhoe Bay. Und obwohl diesmal im Vergleich zu den früheren Ölverschmutzungen wenig des Schwarzen Goldes auslief, scheint es der berühmte Tropfen gewesen zu sein, der das Fass zum Überlaufen brachte: Der zweitgrößte Ölkonzern der Welt, BP, stellt die Förderung auf dem Ölfeld ein und legt sein Pipelinenetz bis auf weiteres still. Damit sinkt die US-Ölproduktion um rund 400.000 Barrel (ein Barrel entspricht 159 Liter) pro Tag.

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Zu diesem Schritt dürfte der Konzern auch aufgrund eigener Untersuchungen keine Alternative gesehen haben. So hat eine Überprüfung von bisher 40 Prozent der Rohrleitungen einen so maroden Zustand offenbart, dass ein Weiterbetrieb zu risikoreich erschien. Zu dieser Überprüfung war BP verpflichtet worden, nachdem bereits im März dieses Jahres eine große Leckage entdeckt worden war. In den Jahren zuvor durfte BP immer wieder nach Gerichtsverfahren Strafen zahlen für das Prudhoe Bay-Bohrfeld.

Aus unserer Sicht ist die Stilllegung der Pipelines die einzig logische Konsequenz, wenn man nicht weiß, wie marode die restlichen 60 Prozent der Rohrleitungen sind, sagt Jörg Feddern, Öl-Experte von Greenpeace. Die lange Reihe von Pannen, Leckagen und Ölverschmutzungen haben in den letzten Jahren eines deutlich gezeigt: dort oben in Alaska sind die Gefahren der Ölförderung nicht beherrschbar. Um sicherzustellen, dass kein Tropfen Öl mehr die arktische Landschaft verschmutzt, muss man die Ölförderung stoppen. Das dadurch freigesetzte Geld, die Milliarden sollten sinnvoll in Erneuerbare Energien investiert werden.

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