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Öl: Die schwedische Küste am 5. Juni

Fünf Tage nach der Havarie des Frachters Fu Shan Hai vor Bornholm ist das Ausmaß der Schäden für die südostschwedische Küste noch nicht endgültig abzusehen. Greenpeace-Experte Christian Bussau ist am Donnerstag die Strecke von Simrishamn bis Ystad abgefahren. Hier ein kurzer Lagebericht.

Simrishamn ist nach derzeitigem Stand vom Öl verschont geblieben. Keine Verschmutzungen am Strand, keine ölverschmierten Vögel. Das Hafenbecken ist vorsorglich mit Ölsperren abgeschottet worden. Im südlicher gelegenen Skillinge sieht es etwas anders aus. Der Strand ist leicht verschmutzt und Bussau hat 75 ölverschmierte Schwäne gezählt. Rund die Hälfte der Vögel ist stark, die andere teilweise geschädigt. Andere Vögel wie Graureiher und Stockenten wiesen keine Verschmutzungen auf. Das Hafenbecken ist auch hier abgesperrt, Soldaten versuchen, das Öl mit Holzmehl zu neutralisieren.

Am schlimmsten hat es Sandhammaren getroffen. Hier ist der Strand kilometerlang auf einer Breite von einem bis drei Metern stark mit Öl verschmutzt. Rund 200 Menschen, Soldaten im Großeinsatz und Freiwillige, bemühen sich fieberhaft den Strand zu säubern. Das Öl wird mit Schaufelladern und LKWs weggeschafft. Beißender Gestank liegt über der Gegend. Weiter südlich in Kaseberga dagegen sind Strand und Steilküste nur leicht verschmutzt. Ölsperren wurden ausgebracht und auch das Hafenbecken ist abgesperrt worden.

Auch in Ystad hat Bussau keine größeren Ölverschmutzungen feststellen können. Die östlich der Stadt gelegene Region Nybrostrand war am Donnerstagvormittag nicht von dem Unglück betroffen. Im Westen der Stadt war der Strand ebenfalls sauber. Allerdings soll mittlerweile Öl in den Segelhafen von Ystad geschwemmt worden sein. Freiwillige Helferinnen und Helfer haben mit Säuberungsarbeiten begonnen.

Es scheint, als habe die südostschwedische Küste Glück im Unglück gehabt. Das gute Wetter hat die Arbeiten auf dem Wasser erleichtert. Rund 90 Prozent des ausgeflossenen Öls soll von Spezialschiffen aufgenommen worden sein. Insgesamt hatte die 'Fu Shan Hai' knapp 1800 Tonnen Schweröl als Treibstoff an Bord. Die noch im Schiff befindlichen 600 Tonnen sollen abgepumpt werden. Inzwischen steht auch fest, dass der gesunkene Frachter keine Pestizide sondern Kaliumkarbonat, besser bekannt als Pottasche, geladen hatte. Pottasche ist glücklicherweise ungiftig für die Umwelt.

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