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Proteste in Bochum und London

Ökologische Bilanz von BP im Keller

BP rechnet ab - Greenpeace auch: Während BP seine Halbjahreszahlen vorstellt, protestieren Greenpeace-Aktivisten vor der deutschen Konzernzentrale in Bochum gegen die gefährlichen Investitionen in Tiefseebohrprojekte. Parallel schließen englische Aktivisten rund 50 BP-Tankstellen in London und fordern eine Abkehr vom Öl. Rund 19 Milliarden Dollar will BP im kommenden Jahr in riskante Ölförderprojekte stecken - für den ehemals groß angekündigten Ausbau der Erneuerbaren Energien bleibt gerade einmal eine Milliarde übrig.

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Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid steht vor dem deutschen BP-Standort in Bochum. Dort haben ölverschmierte Aktivisten einen Flaggenwechsel eingeleitet und die BP- und Aral-Logos gegen ölverschmierte Gegenstücke ausgetauscht. Ein sprudelnder Ölbohrturm erinnert die BP-Mitarbeiter an die Auswirkungen der Ölpest im Golf. Der Ölkonzern BP versucht sich mit dem Firmenslogan beyond petroleum (jenseits des Öls) ein grünes Mäntelchen umzuhängen, warnt Smid. Dass BP es nicht ernst meint mit dem Wandel sieht man an den Investitionen: In riskante Ölförderprojekte lenkt der Konzern 20mal so viel Geld wie in Erneuerbare Energien.

Closed: BP-Tankstellen in London

Parallel zu den deutschen Aktionen schließen Greenpeace-Aktivisten aktuell in London sämtliche BP-Tankstellen. Auf Bannern verkünden sie stellvertretend für den BP-Konzern die längst überfällige Botschaft: Closed. Moving beyond petroleum (Geschlossen. Wir gehen weg vom Öl). Greenpeace setzt sich länderübergreifend für eine Ende der Abhängigkeit vom Öl ein und fordert den Ausbau der Erneuerbaren Energien.

Keine Hemmungen

Weltweit leitet BP 32 Ölförderprojekte in der Tiefsee, die Ölförderung ist bei 14 Anlagen bereits im Gange. Die Katastrophe im Golf scheint BP wenig abzuschrecken: Neun Tiefseeprojekte werden aktuell vorangetrieben, weitere neun Projekte in Tiefen von über 200 Metern sind in Planung. Greenpeace fordert den Stopp von Ölbohrungen unterhalb dieser Marke, da Taucher dort nur noch eingeschränkt arbeiten können. Im Falle eines technischen Defekts kann kein Ölkonzern auf einen funktionierenden Notfallplan zurückgreifen. BP muss seine Unternehmensstrategie umkrempeln und sich von der Tiefsee-Ölförderung verabschieden, betont Smid. Das ist die einzig logische Konsequenz aus der Ölkatastrophe.

Das Vorpreschen der großen Ölkonzerne in die Tiefsee birgt massive Risiken für die lokalen und globalen Ökosysteme. Die Folgen für die Golfregion sind aktuell kaum abzusehen. Greenpeace sendet das Expeditionsschiff Arctic Sunrise in den Golf, um die ökologischen Schäden in den gefährdeten und bereits betroffenen Gebieten zu analysieren.

Diashow von Greenpeace UK: Schließung der BP-Tankstellen

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