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Neuseeland: Oily People warnen vor neuen Tiefseebohrungen

Eine Szene fast wie in einem Horrorfilm: Ölverseuchte Menschen am Strand. Mit dieser Aktion protestieren neuseeländische Greenpeace-Aktivisten am Muriwai Beach gegen neue Tiefseebohrungen. Der Anlass ist kaum weniger erschreckend: Energie-Minister Gerry Brownlee wird bis Ende August die Vergabe neuer Lizenzen für Erkundungsbohrungen vor der Nordinsel Neuseelands verkünden - auf einer Fläche halb so groß wie Deutschland.

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Die BP-Katastrophe im Golf von Mexiko beweist, wie gefährlich Tiefseebohrungen sind. Ölunfälle können vernichtende Auswirkungen auf die Meeresumwelt haben und massive wirtschaftliche Konsequenzen für den Tourismus und die Fischerei mit sich bringen, sagt Carmen Gravatt von Greenpeace Neuseeland. Er warnt vor einer dramatischen Zunahme an staatlichen Genehmigungen für die gefährlichen Tiefseebohrungen.

Erst im Juni 2010 erhielt der brasilianische Ölkonzern Petrobras von der neuseeländischen Regierung die Erlaubnis, vor East Cape Explorations-Bohrungen durchzuführen. Ein Desaster der Größe wie im Golf von Mexiko würde Neuseeland in die Knie zwingen. Jetzt schon begutachtet die Regierung Bohrplätze, an denen das Wasser doppelt so tief wie im Falle der missglückten Bohrung im Golf von Mexiko ist, betont Gravatt.

Greenpeace weltweit gegen Tiefseebohrungen aktiv

Das Greenpeace-Schiff Arctic Sunrise ist auf dem Weg in den Golf, um die langfristigen ökologischen Schäden der Ölkatastrophe zu untersuchen. Ein weiteres internationales Team unterstützt nach Ausbruch des neuesten Ölunfalls in der chinesischen Hafenstadt Dalian die Aufräumarbeiten vor Ort und dokumentiert die Ölpest.

Auch unsere heimischen Gewässer sind kaum sicher: Regelmäßige Greenpeace-Überflüge dokumentieren Ölteppiche rund um die Förderanlagen in der Nordsee - kein Unfall, sondern Normalbetrieb. Greenpeace setzt sich länderübergreifend gegen die risikoreichen Tiefseebohrungen und die weltweite Abhängigkeit von den fossilen Energien ein.

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