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Mit Schlauchbooten gegen Mammutbohrinsel

Ein Team von 14 Greenpeacern hat am Sonntag die Ölbohrinsel Eirik Raude an der norwegischen Westküste südlich von Bergen abgefangen. In Schlauchbooten und im Wasser protestierten sie gegen die Ölförderung in arktischen Gewässern. Fünf Aktivisten wurden von der Küstenwache festgenommen. Die Bohrinsel ist auf dem Weg in die Barentssee, um dort für die Unternehmen Statoil und Hydro Probebohrungen vorzunehmen.

Greenpeace hat die norwegische Regierung aufgefordert, Wort zu halten und den Schutz der ökologisch sensiblen arktischen Gewässer sicherzustellen. Norwegen arbeitet derzeit an einem Managementplan für die großen, ökologisch sensiblen Seegebiete von den Lofoten bis zur Barentssee und Svalbard (der Region um Spitzbergen). Der Plan wird wahrscheinlich auch Meeresschutzgebiete und Verbotszonen für die Ölförderung enthalten.

Umso eiliger hat es die Industrie, vorher Fakten zu schaffen: Die Suche nach Öl ist in vollem Gange, etliche Gebiete sind bereits zwecks Erkundung besetzt worden. Ein Verhalten, das Truls Gulowsen von Greenpeace Norwegen als Versuch anprangert, den laufenden Prozess zu unterminieren. Diese Versuche seien undemokratisch und gegen die Umwelt gerichtet, sagte er.

Die Eirik Raude wurde 2002 fertiggestellt. Sie ist eigens für arktische und stürmische Gewässer gebaut worden. Mit rund 119 mal 85,5 Metern ist sie die größte Ölbohrinsel der Welt und bis in Tiefen von 3.000 Metern einsetzbar. Kritiker beanstanden die vorgesehenen chemischen Emissionen und eine schlechte Vorbereitung auf Ölunfälle.

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