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Mexiko: Kletterer protestieren auf Ölplattform gegen Tiefseebohrungen

Jetzt erst recht? Keine sieben Monate nach der Ölpest im Golf gerät die Debatte um das Risiko Tiefseebohrungen wieder ins Hintertreffen. Grund genug für vier Greenpeace-Aktivisten, mit einer Kletteraktion an die Gefahr zu erinnern, die die weltweite Gier nach Öl mit sich bringt: Etwa 100 Kilometer von der mexikanischen Küste entfernt haben sie die Plattform Centenario erklettert und ein Banner entrollt: Stoppt Tiefseebohrungen!.

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Mit der dreistündigen Aktion auf dem oil rig weisen die Aktivisten auf die leeren Versprechen der mexikanischen Regierung hin. Diese scheint ihr Engagement aktuell lieber der riskanten Ölindustrie zu widmen als der Bekämpfung des Klimawandels.

Die Centenario-Plattform födert derzeit kein Öl, sondern erforscht und testet die geopghysischen und geotechnischen Bedingungen vor Ort. Spätestens Anfang 2011 soll die Bicentario-Anlage folgen und im Cinturon Plegado Perdido-Feld das Öl aus der Tiefsee fördern.

Die Pläne der Tiefseeindustrie stellen ein unnötiges Risiko dar. Sie bedrohen unsere Ozeane und Küsten, betont Jörg Feddern, Öl-Experte bei Greenpeace. Die von BP verursachte Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hat ein ökologisches Desaster ausgelöst. Ein ähnlicher Unfall in mexikanischen Gewässern könnte die Küsten mit ihren Mangrovenwäldern zerstören und würde zahlreiche Tierarten wie Wale und Delfine bedrohen.

Wie wenig die Förderindustrie einen Ölunfall händeln kann, zeigen die monatelangen hilflosen Versuchen des Branchenriesen BP zu Genüge. Nach einem Blow-Out flossen über Monate insgesamt 780 Millionen Liter Öl aus dem Bohrleck der Ölplattform Deepater Horizon. Ähnlich erging es der mexikanischen Ölgesellschaft PEMEX: Über 9 Monate trat nach einem sogenannten Blow Out ihrer Explorationsbohrung Ixtoc I unkontrolliert Rohöl im Golf von Mexiko aus.

Greenpeace weist weltweit auf die riskanten Tiefseebohrungen der Ölindustrie hin und fordert den Ausbau der sauberen, erneuerbaren Energien.

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