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Keine wirkliche Entwarnung für Ostsee

Nahe der estnischen Hauptstadt Tallin hat am Montag das fünfte Gipfeltreffen des Ostseerates stattgefunden. Die elf Mitgliedsstaaten einigten sich darauf, dass ein Verbot der Einhüllentanker auf der Ostsee ab nächsten April unterstützenswert sei. Überraschend kam diesmal kein Njet von den russischen Vertretern. Stattdessen kündigte der russische Ministerpräsident Michail Fradkow an, die Regeln der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) zu befolgen.

Endlich folgen auch die Russen den Internationalen Beschlüssen der IMO, erklärt Greenpeace-Schifffahrtsexperte Dr. Christian Bussau. Dies war längst überfällig. Nur wenn alle Ostseeanrainerstaaten mit einer Stimme sprechen, wird es gelingen, die Ostsee besser als bisher zu schützen. Aber Bussau warnt: Einhüllentanker werden jedoch die Ostsee noch bis 2010 befahren. Das bedeutet, von Entwarnung kann nicht gesprochen werden.

Tatsächlich hat die IMO einen Beschluss zu ganz bestimmten Einhüllentankern gefasst, die ab 5. April 2005 nicht mehr fahren dürfen. Dabei handelt es sich um Schiffe der so genannten Kategorie 1. Diese sind in der Regel vor 1982 gebaut und transportieren Schweröl.

Einhüllentanker der Kategorie 2 oder 3, die Schweröl befördern, sind davon nicht betroffen und dürfen noch bis 2010 weiterfahren. Da es sich dabei um einen Beschluss der IMO handelt, an die zu halten der russische Minsterpräsident zugesagt hat, dürften also noch bis zu dem Zeitpunkt gefahrenträchtige Einhüllentanker die Ostsee befahren. Einziger Trost: Es werden wohl ab 2005 ein paar weniger sein als gegenwärtig.

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