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Greenpeace-Chef weiterhin in Gewahrsam

Im Einsatz für die Arktis wurde Kumi Naidoo, Chef von Greenpeace International, am vergangenen Freitag festgenommen. Er war persönlich auf die Ölplattform Leiv Eiriksson vor der Westküste Grönlands geklettert, um dort den Notfallplan der Betreiberfirma einzusehen und um 50.000 Unterschriften gegen Ölbohrungen in der Arktis zu überreichen.

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Doch bereits kurz nachdem er die Plattform bestiegen hatte, wurde er von der dänischen Marine in Gewahrsam genommen. Erst wurde Naidoo stundenlang im Sicherheitstrakt der Ölbohrinsel festgehalten, dann in ein Gefängnis in der grönländischen Haupstadt Nuuk ausgeflogen - wo er derzeit noch ausharrt. Alle aktuellen Videos, Fotos und News rund um die Leiv Eiriksson gibt es im Live Action Feed (engl.).

Offener Brief von Naomi Nadoo an ihren Vater im Gefängnis

Dieser mutige Einsatz des internatationalen Greenpeace-Geschäftsführers bewegt nicht nur Unterstützer auf der ganzen Welt, sondern auch die Familie Naidoo - und am gestrigen US-amerikanischen Vatertag besonders seine Tochter Naomi. Stolz und Sorge um ihren Vater im grönländischen Gefängnis bringt sie in ihrem offenen Brief an Naidoo zum Ausdruck.

Naomi freut sich darin außderm über das deutliche Zeichen, das ihr Vater mit seiner Aktion gesetzt hat: Nie zuvor war mir so klar, wie zerbrechlich unsere Erde ist und wieviel Schutz sie braucht. Wenn es so weitergeht wie in der Arktis, dann dauert es nicht mehr lange, bis uns kein Ausweg mehr bleibt.

Große Gefahren durch Ölbohrungen

Die Ölbohrungen in der Arktis, wie Cairn Energy sie derzeit betreibt, sind extrem bedrohlich für die Umwelt: Zum einen finden sie in einer Meerestiefe von bis zu 1.500 Metern statt. Eine alarmierende Zahl, denn genau in dieser Tiefe ereignete sich vor etwa einem Jahr die Katastrophe der Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Zum anderen finden die Bohrungen in der sogenannten Eisbergallee statt, in der Kollisionen keine Seltenheit sind.

Zudem gelangen durch die Bohrarbeiten um die 9.000 Tonnen Chemikalien ins Meer, die die Meerestiere schädigen und somit die grönländische Fischerei bedrohen. Ein großes Risiko für ein Land wie Grönland, in dem die Fischerei etwa 90 Prozent der Exportwirtschaft ausmacht.

Auf Naomis Brief hatte Kumi Naidoo ebenfalls öffentlich geantwortet und signalisiert, dass es ihm verhältnismäßig gut gehe. Er betont darin außerdem die Bedeutung der Auseinandersetzungen rund um die Ölplattform Leiv Eiriksson: Große Konflikte drohen uns, wenn verschiedene Nationen darum kämpfen, das Sagen in der Arktis zu haben. Es geht hier also nicht nur um die Umwelt, sondern auch um Frieden.

Greenpeace setzt sich nun im dritten Jahr nacheinander für den Arktischen Ozean ein: Speziell der Bereich, der bisher von Eis bedeckt war, muss vor Rohstoffausbeutung bewahrt werden - ganz gleich ob Fisch-, Öl- oder Gasvorkommen. Helfen Sie Greenpeace heute, damit wir uns auch in Zukunft für den Schutz der Arktis einsetzen können.

Sie wollen Kumi Naidoo ebenfalls eine Botschaft schicken? Dies können Sie ganz einfach hier tun.

Lesen Sie hier den kompletten Briefwechsel zwischen Kumi Naidoo und seiner Tochter Naomi.

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