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Greenpeace-Chef nach Kopenhagen gebracht

Der internationale Geschäftsführer von Greenpeace, Kumi Naidoo, wurde nach vier Tagen in einem grönländischen Gefängnis nach Kopenhagen gebracht. Dort wird er heute eine weitere Nacht im Gefängnis verbringen. Morgen wird Naidoo dann nach Amsterdam gebracht, wo er freigelassen werden soll.

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Naidoo wurde am vergangenen Freitag festgenommen, nachdem er die Ölplattform  Leiv Eiriksson vor der Küste Westgrönlands bestiegen hatte. Dort wollte er zum einen 50.000 Unterschriften gegen Ölbohrungen in der Arktis überreichen und zum anderen die Veröffentlichung des Notfallplans der Betreiberfirma Cairn Energy fordern. Dieser soll dokumentieren, wie eine Katastrophe im Ausmaß der Deepwater Horizon verhindert werden könne. Es handelt sich hierbei um einen der entscheidensten Klimakämpfe unserer Zeit, hatte Naidoo gesagt, kurz bevor er die Leiv Eiriksson erklettert hatte.

Den Betreibern der Ölplattform war jedes Mittel recht, Naidoo daran zu hindern: So versuchten sie, dem Greenpeace-Chef mit Wasserkanonen das Hinaufklettern zu erschweren und hielten ihn 90 Minuten lang auf der Ölbohrinsekl fest. Per Helikopter wurde er dann von der dänischen Marine abgeführt und in ein Gefängnis in der grönländischen Hauptstadt Nuuk gebracht. Alle aktuellen Videos, Fotos und News rund um die Leiv Eiriksson gibt es im Live Action Feed (engl.).

Ein Brief zum Vatertag von Tochter Naomi ins Gefängnis

Im Gefängnis hat er am verganenen Sonntag, dem US-amerikanischen Vatertag, ein Schreiben seiner Tochter Naomi erhalten und in einem öffentlichen Brief geantwortet: Das Gefängnispersonal hier in Grönland ist freundlich und behandelt uns gut. Wir bekommen drei anständige Mahlzeiten am Tag (wobei mir die Würze im Essen sehr fehlt!) und dürfen 30 Minuten an der frischen Luft spazieren gehen.

Warum sich Kumi Naidoo, ein Bürger mit afrikanischer Herkunft, für die Arktis einsetzt? In einem Beitrag in der Huffington Post schreibt Kumi Naidoo: Es geht darum, ein Verständnis dafür zu schaffen, was Ölbohrungen in der Arktis eigentlich bedeuten. Wer Profit mit dem schwarzen Gold machen will, treibt den Klimawandel voran und bedroht damit unseren Planeten. Das muss gestoppt werden. Ein erster Schritt: Fordern auch Sie Cairn Energy mit einer Protestmail auf, die Notfallpläne für Ölbohrungen in der Arktis offenzulegen.

Naidoo war schon als 15-Jähriger in der Anti-Apartheid-Bewegung Südafrikas aktiv, wo er Studentenproteste gegen das herrschende Bildungssystem anführte. Mit 16 wurde er wegen seines Widerstands gegen die Rassentrennung von der Schule suspendiert und qualifizierte sich im Selbststudium für die Universität. Haft und Verfolgung durch die Polizeibehörden zwangen ihn schließlich ins Exil, wo er als Rhodes-Stipendiat an der Oxford Universität seinen Doktor in politischen Wissenschaften machte.

Greenpeace setzt sich nun im dritten Jahr nacheinander für den Arktischen Ozean ein: Speziell der Bereich, der bisher von Eis bedeckt war, muss vor Rohstoffausbeutung bewahrt werden - ganz gleich ob Fisch-, Öl- oder Gasvorkommen. Helfen Sie Greenpeace heute, damit wir uns auch in Zukunft für den Schutz der Arktis einsetzen können.

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