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Frachtschiff bei Schottland gesunken

Einigen kleinen Inseln nordwestlich von Schottland könnte eine Ölpest bevorstehen. Das in Zypern registrierte Frachtschiff Jambo ist am frühen Sonntagmorgen vor Schottland gegen die Felsen von Eilean a´ Char gefahren. Bereits um vier Uhr morgens rief der Kapitän des Frachtschiffes die Küstenwache um Hilfe. Das Schiff nahm nach dem Aufprall rapide Wasser auf. Der Kapitän und die restliche Belegschaft des Schiffes konnte gerettet werden, bevor das Schiff gegen neun Uhr morgens sank.

Schottische Marine- und Umweltexperten versuchen die Bedrohung der Umwelt und Tierwelt einzudämmen. Das Schiff hat rund 55 Tonnen Gasöl (Dieselöl) und 3.300 Tonnen Zinkkonzentrat geladen. Vor allem durch das Gasöl an Bord des Schiffes bestehe ein beträchtliches Risiko für die Umwelt, so Ian Burgess von der Marine-Küstenwache (MCA).

Die Wissenschaftler der MCA und der SEPA (Scottish Environment Protection Agency) haben die Aufgabe, den gesunkenen Frachter zu beobachten und die weiterhin bestehenden Gefahren einzuschätzen. Bisher gibt es keine Meldung, dass Öl ausgelaufen ist. Ein Sprecher von SEPA teilt mit: Unsere Hauptsorge ist das Öl, das der Umwelt und Tierwelt einen enormen Schaden zufügen kann. Unser Vorschlag ist, das Öl so schnell wie möglich aus dem Schiff zu entfernen.

Weniger Gefahr geht von dem auf dem Schiff sich befindenden Zinkkonzentrat aus: Da es nicht löslich ist und im Frachtraum des Schiffes gelagert ist, kann es nicht so leicht in die Umwelt gelangen. Trotzdem rät die SEPA, das Zinkkonzentrat ebenfalls so schnell wie möglich zu bergen. (nik)

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